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Aachener Das Da Theater in der Corona-Krise

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise trifft Das Da Theater hart : Spielbetrieb ruht bis zum 10. August

Als Reaktion auf die Corona-Krise und die damit verbundene extreme Verunsicherung schafft das Aachener Das Da Theater klare Verhältnisse und wird seinen derzeit ruhenden Spielbetrieb erst am 10. August, also zum Ende der Schul-Sommerferien, wieder aufnehmen. Das kündigte Theaterleiter Tom Hirtz am Dienstag an.

Die Wahrscheinlichkeit, schon wieder nach den Osterferien starten zu können, sei sehr gering, sagte er. Da sich die Einschätzung der Lage fast täglich ändere, habe man entschieden, eigene Wege zu gehen – „unabhängig davon, welche Vorgaben von Seiten der Behörden erfolgen“. Die Frage, ab wann das mobile Kindertheater wieder in Kitas und Schulen gastieren darf, werde derzeit mit den zuständigen Behörden geklärt.

Das Theater muss bis zum Ende der Osterferien am 19. April – bis zu diesem Zeitpunkt hat das Land NRW bislang alle Bildungs- und Unterhaltungsangebote untersagt – 57 Vorstellungen und 119 Kurs- und Workshop-Einheiten absagen. Das bedeute Einnahmeverluste von mehr als 160.000 Euro, rechnet Hirtz hoch. Zeitgleich liefen die Personal- und Fixkosten weiter – monatlich insgesamt rund 100.000 Euro.

Das Theater mit seinen 39 festangestellten und zehn freien Mitarbeitern hat bereits Kurzarbeit eingeführt. Die Einsparmöglichkeiten seien allerdings auch hier limitiert, da sich das Gehalt oft nur auf Mindestlohnniveau befinde. Hirtz betonte, sein Haus wolle auf Kündigungen verzichten und die Lücke bei der Nettolohnauszahlung durch einen Zuschuss „weitgehend ausgleichen“.

Die Situation ist also dramatisch. Trotzdem hat Hirtz die Hoffnung, „dass wir das packen, wenn ab 10. August wieder Normalität besteht“. Und wenn nicht? „Dann wird es ganz eng!“

Konkret plant das Theater bis dahin folgende Änderungen: Die für April und Mai geplanten Vorstellungen des Musicals „Auf und davon“ werden auf Termine im September und Oktober verlegt. Spielort soll dann der Brüssel-Saal im Aachener Eurogress sein, damit die neue Saison im Stammhaus an der Liebigstraße mit der ersten Schauspielproduktion starten kann. Die für den März im freien Verkauf geplanten Vorstellungen des Kindertheaterstücks „Der Grüffelo“ werden in den August verlegt.

Ob dies auch für die geplante Vorstellung von „Ben & Becca“ möglich ist, wird gerade geprüft. Die traditionelle Open-Air-Produktion – in diesem Jahr „Shakespeare in Love“, geplant für Juni und Juli – wird nicht auf Burg Frankenberg, sondern an bislang vier Terminen (11., 12., 13. und 14. August) auf Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg stattfinden – dort mit deutlich höherer Zuschauerkapazität. Mehr Termine seien denkbar, sagt Hirtz. Ob die Workshop-Angebote im Theaterpädagogischen Zentrum ab dem 19. April wieder starten können, sei noch unklar.

Alle bereits gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit und können ab sofort für die neuen Termine umgetauscht werden – per Mail, telefonisch oder über den Online-Shop, da das Theaterbüro und die Vorverkaufsstellen geschlossen sind.

Soforthilfe vom Land

Tom Hirtz lässt keinen Zweifel da­ran, dass die Situation an die Substanz seines Hauses geht – wie bei eigentlich allen freien Kultureinrichtungen und -schaffenden. Die Bereitschaft bei Theaterfreunden und Sponsoren, mit Spenden zu helfen, sei zwar sehr groß. „Trotzdem werden wir öffentliche Unterstützung benötigen, um diese Krise zu bestehen.“ Mittel aus der Soforthilfe des Landes sind bereits bewilligt, aber noch nicht geflossen. Theaterleiter Hirtz hofft nun auf ein Entgegenkommen der Kommunen bei den Mietkosten für die neuen Veranstaltungsorte.