Theater Aachen: Barock-Akzent mit Landeshilfe

„Neue Wege“ : Theater Aachen will einen Barock-Akzent setzen

Das Land NRW fördert städtische Bühnen bei der Profilschärfung. Nach Aachen gehen fast 600.000 Euro für Instrumente und Projekte.

Das Land NRW unterstützt städtische Bühnen bei Projekten, mit denen sie ihr Profil schärfen wollen. In einer ersten Runde in dieser Legislaturperiode werden jetzt Vorhaben von 13 Theatern und Orchestern mit 9,2 Millionen Euro für drei Jahre gefördert. Das gab Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Montag in Düsseldorf bekannt. Eine fünfköpfige Jury hatte die Bühnen mit 15 Projekten aus 31 Bewerbungen ausgewählt.

Auch das Aachener Theater profitiert vom Förderprojekt „Neue Wege“: Es erhält 591.560 Euro, um seinen Schwerpunkt Barockmusik auszubauen. Die Bedingung des Landes: Die jeweiligen Kommunen nutzen die Förderung nicht, um ihrerseits Mittel zu streichen, sondern müssen mindestens ihre Etats beibehalten. Zum Vergleich: An städtischen Zuschüssen erhält das Aachener Haus rund 22 Millionen Euro.

„Mit den zweckgebundenen Fördergeldern ist es den Theatern und Orchestern nun möglich, mittels langfristiger Projekte einen Fokus auf einen ganz speziellen Aspekt zu setzen und damit das eigenständige Profil des Hauses noch mehr zu schärfen“, sagte Michael Schmitz-Aufterbeck, Intendant des Theaters Aachen und Sprecher der Ständigen Konferenz der NRW-Intendanten. Für das Sinfonieorchester Aachen bedeutet der „Akzent Barock!“, dass es innerhalb der nächsten drei Spielzeiten Barockinstrumente anschaffen kann (bisher wurden sie geliehen) und die Musiker in historischer Aufführungspraxis geschult werden. Zudem können mehrere Projekte realisiert werden, die ohne zusätzliche Landesförderung nach Angaben von Schmitz-Aufterbeck so nicht möglich gewesen wären: ein Crossover-Konzert im Ludwig Forum (November 2019), Händels Oratorium „La Resurrezione“ in der Citykirche als szenische Installation (März 2020), Cavallis Oper „La Calisto“ im Theater (Mai 2020) sowie kammermusikalische Konzerte unter anderem im Rahmen der Bachtage.

„Zu unserem großen Glück“, meint Schmitz-Aufterbeck, gebe die Förderung dem Theater die Möglichkeit, „sich zu profilieren, ohne dabei vorhandene Strukturen und Schwerpunkte vernachlässigen zu müssen“. So müsse etwa nicht auf zeitgenössische Musik verzichtet werden, betonte er auf Nachfrage: „Es geht gerade auch um die Begegnung von neuer und alter Musik.“

www.neuewege-foerderung.de

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