Aachen: Südamerikanisches Feuer zur Eröffnung der Euriade

Aachen: Südamerikanisches Feuer zur Eröffnung der Euriade

Warum die Veranstalter das Eröffnungskonzert der Euriade 2009 im Ballsaal des Alten Kurhauses zum „Haydn-Spaß” erklärten, war angesichts der Programmzusammenstellung nicht ersichtlich. Haydn war zwar mit dem Klaviertrio Nr. 45 vertreten, doch die Werke von spanischen und südamerikanischen Komponisten überwogen bei Weitem.

Die unpassende Hommage ans Haydn-Jahr war schnell vergessen angesichts des hochkarätigen Konzerts - eine Reise von Wien (Mozarts Sonate KV 301, Fritz Kreislers „Danse espangnol”), über Italien (Niccolo Paganinis „Carneval de Venezia”) und Spanien (Joaqin Turinas Sonata espanol op. 82 und Enrique Granados´ Intermezzo aus der Oper Goyesca) nach Argentinien (verschiedene Werke von Astor Piazzolla).

Die fünf Musiker ließen sich fallen in die Leidenschaft der Musik und rissen so das faszinierte und dahin schwelgende Publikum im leider nur halb besetzten Ballsaal mit. Herausragend das Duo Bandini-Chiacchiaretta, die mit Gitarre und Bandoneon südamerikanische Leidenschaft, Sehnsucht, tiefe Trauer und unbändige Freude ins kalte Aachen brachten.

Giampaulo Bandini gilt zu Recht als einer der besten Gitarristen der Welt. Cesare Chiacchiaretta entlockt seinem Bandoneon Gänsehaut produzierende Klänge.

Andreas Frölich (Klavier), Friedemann Eichhorn (Violine) und Alexander Hülshoff (Cello) brachten nicht nur die mitteleuropäischen Klänge von Mozart, Haydn, Kreisler und Paganini auf mitreißende Weise in die Ohren und Herzen der begeisterten Zuhörer, sondern zeigten auch viel Temperament bei den spanischen Kompositionen. Kein „Haydn-Spaß”, aber sicher ein Heidenspaß.