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Aachen: Strunx-Moderatoren Zins und Hammers in „Kiss me, Kate”

Aachen : Strunx-Moderatoren Zins und Hammers in „Kiss me, Kate”

Sie sind „Kult” in Aachen, ohne sie ist die fünfte Jahreszeit kaum denkbar: die Moderatoren der legendären „Strunxsitzung” Manni Hammers (46) und Rudi Zins (55), Galionsfiguren einer - nennen wir es - etwas anderen Art von Karneval.

Seit Jahrzehnten auch sturmerprobt in Kabarett und Kindertheater, wartet nun auf die beiden eine neue, ganz besondere Herausforderung: Sie wirken mit in Cole Porters Musical „Kiss me, Kate”, das am 8. November Premiere im Theater Aachen hat.

Intendant und Regisseur Paul Esterhazy ist auf die Idee verfallen, mit diesem Duo nicht nur werbewirksam eine kräftige Portion Lokalkolorit in die Produktion einzubinden, sondern dem Ganzen auch die nötige kabarettistische Note zu verleihen.

Hammers und Zins treten nämlich in beachtliche Fußstapfen: 1955 spielten bei der deutschen Erstaufführung die Gangster niemand Geringere als Wolfgang Müller und Wolfgang Neuß, der damit seinen Durchbruch schaffte.

Doch Neuß Aachener Rollen-Nachfahren flößt der vorbildliche Kabarettistengigant keineswegs Ehrfurcht ein. Zins: „Es gibt schließlich nichts, was wir nicht schon gemacht haben - gesungen, getanzt, sogar einen Striptease hingelegt.” Hammers: „Zur Not würden wir auch Oper singen.”

So hoch allerdings fällt der Anspruch fürs Erste nicht aus. Hammers: „,Schlag nach bei Shakespeare, das ist ein richtiger Gassenhauer, den die beiden Gangster fröhlich herausschnattern. Das ist weder Oper noch Operette, sondern Kabarettgesang, ein richtiges Stimmungsliedchen.”

Sehr viel gewöhnungsbedürftiger empfinden die beiden Meister der Improvisation (Hammers: „Wenn mir in der Strunxsitzung nichts einfällt, mach ich das, was mir einfällt.”) indessen etwas anderes: sich einzupassen in das ganze Ensemble. Hammers: „Da ist Präzision gefragt.”

Zeit für Kunstpausen gibt es nicht

Immerhin agieren bis zu 30 Personen gleichzeitig auf der Bühne, „und das sehr temporeich, mit vielen kurzen Dialogen. Da muss alles sitzen.”

Zeit für Kunstpausen oder etwa großes Nachdenken gibt es nicht. Trotzdem, versprechen Hammers und Zins mit einem geheimnisvollen Grinsen im Gesicht: „Wir haben genug Gelegenheit, uns selbst in die Rollen einzubringen.” Mehr wird nicht verraten - nur so viel: „Lustig wird es, ausgesprochen lustig.”

Beiden bedeutet das Engagement - in zwölf von 24 Aufführungen wirken sie mit und stehen dabei jeweils die Hälfte der Zeit auf der Bühne - persönlich sehr viel. Zins: „Wenn man in Aachen Theater macht und kann dann selbst einmal im großen Theater mitwirken, dann ist das schon eine Art von Krönung.”

Was allerdings nicht ohne Opfer abgeht: Rudi Zins, im Hauptberuf Lehrer am Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen und gerade zu dessen stellvertretendem Leiter avanciert, verzichtet während der Herbstferien auf eine Woche Lanzarote-Urlaub, um nicht zu viele der bis zur Premiere täglich stattfindenden Proben zu verpassen.

Und Manni Hammers, der selbstständige Architekt, passt die Probentermine fest in seinen beruflichen Tagesplan ein. „Das macht uns großen Spaß, sonst würden wir es nicht tun.”