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Köln: Streit um ausgefallene Heino-Tournee: Gericht regt Vergleich an

Köln : Streit um ausgefallene Heino-Tournee: Gericht regt Vergleich an

Im juristischen Streit zwischen dem Volksmusiker Heino und der Gothaer Versicherung um den Ausfall einer Tournee hat das Landgericht Köln am Mittwoch einen Vergleich vorgeschlagen.

Der Tourveranstalter Kult Musik, an dem Heino beteiligt ist, hatte die Gothaer auf drei Millionen Euro verklagt, nachdem diese die Zahlung einer Ausfallversicherung verweigert hatte.

Das Landgericht regte in der ersten mündlichen Verhandlung an, der Kölner Versicherer solle der Konzertagentur 40 Prozent der geforderten Summe zahlen. Heino (69) war im September 2007 in seinem Haus in Bad Münstereifel zusammengebrochen und hatte alle Konzerte und Auftritte abgesagt.

Der Anwalt der Agentur Kult Musik zeigte sich bereit, mit der Firmenleitung über den Vergleichsvorschlag zu beraten. Der Rechtsvertreter der Versicherung lehnte den Vorschlag aber „zum jetzigen Zeitpunkt” ab.

Der Gothaer zufolge hatte Heino vor Abschluss des Versicherungsvertrags falsche Angaben über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand gemacht, der Versicherer kündigte daher den Vertrag.

Heino habe auch nicht korrekt über ein eingenommenes Medikament berichtet. Bei dem Sänger hatten Ärzte nach seinem Zusammenbruch eine Verengung der Herzkranzgefäße festgestellt.

Die Vorsitzende Richterin gab beiden Prozessparteien mehrere Wochen Zeit, den Vergleichsvorschlag zu bedenken und sich in Schriftsätzen an das Gericht zu äußern. Für den 21. Januar 2009 setzten die Richter eine weitere mündliche Verhandlung an. Sollte dann eine Beweisaufnahme nötig werden, so müssten Heino und seine Frau Hannelore voraussichtlich als Zeugen vor Gericht aussagen.

Heino, der am 13. Dezember 70 Jahre alt wird, hatte nach Angaben seines Managers einige Monate nach der ausgefallenen Tour aus eigener Tasche 35 000 Fans das Geld für die Karten zurückgezahlt. Dafür habe er insgesamt rund 900.000 Euro aufgewendet.