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Köln: Statt Betroffenheit diesmal gute Laune pur

Köln : Statt Betroffenheit diesmal gute Laune pur

Schuld an allem ist Ex-EMI-Boss Heinz Canibol. Der hörte vor fünf Jahren auf einer Geburtstagsfete, wie Hartmut Engler Songs von den Beatles und den Stones coverte, war hin und weg und sagte: „Damit musst du was machen.”

Bis der Pur-Frontmann diese Idee wieder aufgriff, vergingen zweieinhalb Jahre: „Ab da ist das Projekt konkret geworden.” Nun liegt das Ergebnis vor: „Just a singer” kommt mit 13 harmonisch-eingängigen Popsongs leicht und locker daher. Die CD, die völlig ohne neumodische Grooves funktioniert, ist handgemacht, mit kleinen Ausflügen ins große Orchester.

Was Engler als „zeitlos, vor fünf Jahren oder in fünf Jahren” beschreibt, orientiert sich soundmäßig an Lieblingsbands oder zitiert Vorbilder: „Zwischen den Beatles und Robbie Williams ist alles dabei. Eine Zusammenstellung, so wie ich, englische Popmusik mag.” Das zu dürfen, ohne zeitliche oder inhaltliche Einschränkungen, empfindet Engler als Privileg: „Das war echter Luxus!”

Aufgenommen wurde die Band in Hamburg, hinzu kamen Streicher und Chöre aus Nashville und Schweden, die Hauptgesangsaufnahmen fanden auf Mallorca statt: „Völlig ohne Arbeits- oder Terminstress.” Das hört man der CD auch deutlich an - von Pur-typischer Betroffenheit keine Spur: „Das hier sind ganz kurze Songs von drei, maximal vier Minuten, prägnant und knackig. Hier geht es nicht darum, Geschichten zu erzählen oder gewichtige Inhalte zu vermitteln, sondern gute Laune zu machen. Was ich damit ausdrücken will, ist: Hallo, ich kann auch anders - und ich wills euch zeigen”.

Englisch zu singen, ist für den 43-jährigen Engler nicht so ungewöhnlich: „Noch bis in die späten 80er habe ich mit meiner Band nebenher ein Unterhaltungsprogramm für die amerikanischen Clubs in Süddeutschland gespielt. Sachen aus den Top 40, von AC/DC bis Zappa.” Mit seiner CD, die von Roland Spremberg (A-ha, BAP, Rosenstolz) produziert wurde, geht Engler ab Anfang April auf Tour durch 19 deutsche Städte.

„Wir spielen ganz bewusst in kleineren Hallen, und ich freue mich total darauf, nach zehn Jahren in großen Hallen und Fußballstadien wieder mal ohne riesige Gräben zwischen mir und dem Publikum auftreten zu können.” Als Vorband bieten „Foolsgarden” ein Akustik-Programm, die Sängerin Nubya wird für ein Duett mit Hartmut Engler dabei sein, und es gibt viele musikalische Überraschungen.

Konzerttermine und Karten

„Just a singer tour”: 21. und 22. April, E-Werk, Köln; 25. April, Tor 3, Düsseldorf.

Karten in vielen Servicestellen Ihrer Tageszeitung, Info unter 0241/5101175.

CD „Just a singer”, EMI, 14, 99 Euro.