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Aachen/Aldenhoven: Staatsanwältin plädiert auf Mord

Aachen/Aldenhoven : Staatsanwältin plädiert auf Mord

Im Prozess um einen tödlichen Nachbarschaftsstreit in Aldenhoven-Dürboslar, bei dem ein 33 Jahre alter Mann im Kugelhagel starb, hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Aachen wegen Mordes die lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert.

Der 52 Jahre alte Sportschütze habe den jüngeren Mann im April mit neun Schüssen aus seiner Pistole hinterrücks erschossen und damit „regelrecht hingerichtet”, hieß es im Plädoyer.

Das genaue Motiv für die Tat blieb aber auch nach drei Verhandlungstagen im Dunkeln. Der Tat seien allerdings monatelange Reibereien wegen Ruhestörungen vorausgegangen. In der Tatnacht habe sich der Angeklagte einen „perfiden Plan” ausgedacht und sein Opfer in die Falle gelockt.

Dem Sterbenden habe er dann noch einen Hammer untergeschoben, um sich später auf Notwehr berufen zu können. Bei Notwehr ist es auf Seiten der Verteidigung auch geblieben. Sie forderte Freispruch für den Angeklagten.

Das Opfer angelockt

Staatsanwältin Claudia Schetter sieht in einem Handy des Opfers ein wesentliches Indiz für einen heimtückischen Mord. Das Gerät nahm die ruhig gesprochenen, knappen Worte der beiden Männer kurz vor der Tat auf. Ebenso die rasch aufeinander folgenden Schüsse und die Geräusche des Sterbenden.

Die Staatsanwältin geht davon aus, dass der Angeklagte seinem Opfer zuvor nächtens die Sicherung herausdrehte, um den jungen Mann zu sich zu locken und auf ihn zu schießen. Das Opfer habe vor der Wohnungstüre des Angeklagten weder randaliert, noch sei der Mann aggressiv gewesen.

Als unverwertbar bezeichnete dagegen Verteidigerin Stefanie Wagner das Tondokument. Es sei erst einige Zeit nach der Tat zur Polizei gelangt und in der Zwischenzeit verändert worden.

Sie geht davon aus, dass der 33-Jährige in der Tatnacht erheblich betrunken an der Wohnungstüre des Angeklagten randalierte, ihm drohte und zu einem Hammer griff, um den anderen „fertig zu machen”. Da habe der Angeklagte voller Angst und Panik geschossen.

Der Schütze und das Opfer wohnten übereinander. Der unten wohnende Mieter sah sich monatelang durch den Übermieter erheblich in seiner Ruhe gestört. Es kam zu einem regelrechten Nachbarschaftskrieg. Ein Urteil ist für Montag geplant.