Aachen: Spannende Einstimmung auf die vorösterliche Zeit

Aachen: Spannende Einstimmung auf die vorösterliche Zeit

Die Bach-Aufführungen gehören zu den besten Leistungen von Domkapellmeister Bertold Botzet. Nach der Matthäus-Passion im Vorjahr stand jetzt das ebenso bekannte Geschwisterwerk, die Passion nach Johannes, auf dem Programm der vorösterlichen Dommusik in Aachen.

Die gegenüber der Matthäus-Passion herbere und straffere Tonsprache hielt Botzet nicht davon ab, auch die Johannes-Passion in ein insgesamt weiches Klangbild zu kleiden. Da sich dadurch keine Spannungseinbußen einschlichen und auch die dramatischen Turba-Chöre nichts an Schlagkraft verloren, ist gegen diese milde Werksicht nichts einzuwenden.

Zumal Botzet auch hier die Stärke des vorzüglich einstudierten Domchores wirkungsvoll zur Geltung bringen konnte. An Intonationssicherheit, Ausgewogenheit und Transparenz knüpfte der Chor nahtlos an seine Leistung des Vorjahres an. Allerdings wiederholten sich auch die Wackelkontakte im Zusammenspiel mit dem an sich bewährten Concert Royal Köln.

Zu den Höhepunkten der Aufführung zählte die stimmlich kultivierte und intelligent gestaltete Darstellung des schwierigen Evangelisten-Parts durch Peter König mit seinem hellen und flexiblen Tenor.

Verlässliche Leistungen

Etwas rau sang Josef Otten die Christus-Worte, was sich in der Johannes-Passion allerdings weniger nachteilig auswirkt als in der milder klingenden Matthäus-Passion.

Verlässliche Leistungen erbrachten Katrin Stösel (Sopran) und Beate Koepp (Alt). Viel Beifall im prall gefüllten Dom für eine angemessene Einstimmung in die Passionszeit.

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