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Aachen: Sozialarbeit im „Bermuda-Dreieck”

Aachen : Sozialarbeit im „Bermuda-Dreieck”

Soziale Aufgaben in der Euregio kennen keine Grenzen - also sollten die Sozial-Experten fit sein für den Schritt ins Nachbarland. Sechs Hochschulen tragen dieser Situation jetzt Rechnung, indem sie ihren Studierenden ein Projekt anbieten, das mit einem speziellen „Euregio-Zertifikat” belohnt wird.

Es richtet sich an Studierende der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, die an Bildungseinrichtungen in Aachen (Katholische Fachhochschule), Hasselt (Hogeschool Limburg und Katholieke Hogeschool), Lüttich (Haute Ecole Mosanne Lige und Haute Ecole Charlemagne) und Sittard (Hogeschool Zuyd) eingeschrieben sind. Der Grundgedanke des Projektes: In gemeinsamen Veranstaltungen in allen drei Ländern erhalten die Studierenden jeweils Einblicke in die soziale Arbeit vor Ort.

Professor Ulrich Deller von der Katholischen Fachhochschule Aachen nennt das Zertifikat eine „neue Dimension für das Studium im Sozialen Bereich” und erläutert an einem Beispiel, dass die grenzenlose Arbeit in der Sozialarbeit unerlässlich ist: „Es ist in der Öffentlichkeit nicht bekannt, wie vielen Menschen die Euregio als âBermudadreieck dient.” Der Schritt über die Grenze ermögliche die „Flucht” vor Behörden und ihren Betreuungs- oder Kontrollaufgaben. Noch - denn wenn immer mehr Sozial-Experten „Euregio-tauglich” seien, werde dieses Schlupfloch enger und enger.

Lerninhalte auf dem Weg zum Zertifikat sind unter anderem das Wissen über die Krankenversicherungssyteme oder Beratungsangebote der drei Länder ebenso wie Einblicke in Geschichte und Kultur. Wesentliche Themen, die vor keiner Grenze Halt machen, sind aber auch die Drogenproblematik, der Umgang mit Asylbewerbern oder die Förderung sozial schwacher Menschen.

Berufliche Perspektive

Wer in diesen Bereichen Hintergrundwissen mitbringt, kann damit seine Berufsperspektiven deutlich verbessern, glauben Deller und seine euregionalen Mitstreiter. Sie setzen sich seit drei Jahren für das „grenzenlose Studieren” ein. Der Start in das von der Euregio Maas-Rhein mit 600.000 Euro geförderte Projekt ist für Anfang 2004 vorgesehen.