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Aachen/Vaals: "So europäisch sind wir noch nicht"

Aachen/Vaals : "So europäisch sind wir noch nicht"

(an-o) - "Nein, so europäisch sind wir noch nicht", meint die freundliche Dame hinter dem Schalter der Sparkasse. Die Überweisung auf ein Konto in den Niederlanden koste zehn Euro, teilt sie dem Kunden mit. Der ist aber noch verdutzter, als er das Geld in Vaals einzahlen will.

Das kommt schon mal vor: In dem Feinschmecker-Restaurant in Gulpen funktionierte das Gerät nicht, das sonst immer anstandslos die Kreditkarte annimmt. "Bezahlen sie die Summe einfach beim nächsten Mal", sagte der Kellner großzügig.

Dem Gast war aber lieber, seine Schulden so bald wie möglich los zu sein, und deshalb der Gang zu seiner Sparkasse in Aachen. Aber weil eine Überweisung in die Niederlande so teuer ist (trotz der Einheitswährung Euro) gibt die freundliche Angestellte, den Rat, das Geld einfach in Vaals einzuzahlen. Kein Problem für besagten Kunden, der Weg in den niederländischen Ort ist nicht weit, und gleichzeitig kann er noch ein paar Pfund Kaffee einkaufen.

Gleich hinter der Grenze

Das Gulpener Restaurant hat ein Konto bei der Rabobank, die, siehe da, gleich hinter der Grenze eine Filiale unterhält. Unser Kunde holt aus dem Portmonee rund 230 Euro (nicht wenig, aber es war ein Geburtstagsessen) und will das Geld einzahlen. "Das geht nur", belehrt ihn die Bankangestellte, "wenn Sie bei uns auch ein Konto haben." Bareinzahlung sei seit Anfang des Jahres nicht mehr möglich. Sie sagt auch gleich warum: "Das würde für den Kunden viel zu teuer." Sie gibt ihm den Rat, nach Gulpen zu fahren, und die Summe dem Restaurant auszuhändigen. Beim Weggehen sieht der völlig verblüffte Mann eine andere Bank auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Jetzt versucht er dort, sein Geld loszuwerden. Aber nein, die Amro-Bank denkt gar nicht daran, Bares für die Rabobank entgegen zunehmen. Das dürfe sie gar nicht, sagt die Angestellte hinterm Schalter. Immerhin, wer auf ein Konto bei der Amro-Bank Geld einzahlen möchte, hat Glück. Hier ist es möglich. Allerdings, freundlich teilt man uns mit, dass die Gebühr dafür sehr hoch ist: sage und schreibe 7,50 Euro.

Bald wieder nach Gulpen

Nach diesen frustrierenden Erfahrungen beschließt unser Feinschmecker, so bald wie möglich wieder zum Essen nach Gulpen zu fahren. Um endlich die Rechnung zu begleichen und sich richtig verwöhnen zu lassen.