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Berlin: Situation der „Kultur in Deutschland” unter der Lupe

Berlin : Situation der „Kultur in Deutschland” unter der Lupe

Erstmals seit 28 Jahren soll es wieder eine umfassende Untersuchung über die Lage der Kultur in Deutschland geben.

Dazu hat sich am Montag unter Leitung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse die Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland” konstituiert.

Zur Vorsitzenden des Gremiums aus elf Parlamentariern und elf Sachverständigen wurde die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann gewählt, ihr Stellvertreter ist Horst Kubatschka (SPD).

Nike Wagner und Heinz Rudolf Kunze sind dabei

Als Sachverständige benannte die Union unter anderem die Urenkelin von Richard Wagner, die Literaturwissenschaftlerin Nike Wagner, sowie den Musiker Heinz Rudolf Kunze und den scheidenden bayerischen Kunstminister Hans Zehetmair (CSU).

Die SPD-Fraktion benannte unter anderem den Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft, Oliver Scheytt, und den früheren Kultusminister Sachsen-Anhalts, Gerd Harms.

Die FDP benannte den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, die Grünen die Kommunalpolitikerin Helga Boldt aus Münster.

Thierse hob die gesellschaftspolitische Bedeutung der Kommissionsarbeit hervor, der er auch als „Vertreter der Kultur” sein persönliches Interesse zuwende. Thierse ist Germanist und Kulturwissenschaftler.

Es sei auch wünschenswert, wenn die Kommission möglichst oft öffentlich tage. Der Deutsche Kulturrat richtet hohe Erwartungen an die Arbeit der Kommission, die in der Regel montags tagen und am 9. und 10. November zu einer ersten Klausur zusammenkommen will.

„Es brennt an allen Ecken und Enden”, sagte ihr Geschäftsführer Olaf Zimmermann und verwies als Beispiele auf die Situationen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Berlin. Es müsse zu konkreten Empfehlungen unter anderem im Steuer-, Sozial- und Urheberrecht kommen. „Zum Philosophieren ist das nicht der Ort.”

Schwerpunktthemen sind die wirtschaftliche und soziale Lage der Künstler, die öffentliche und private Kulturförderung sowie „Kultur als Standortfaktor”.