Aachen: Sieder-Preis an Ingeborg Meyer und Karsten Meyer

Aachen: Sieder-Preis an Ingeborg Meyer und Karsten Meyer

Bühnenbretter - auf dieses harte Pflaster strebten die diesjährigen Kurt-Sieder-Preisträger bereits in ihrer Kindheit. Mit dem Preis können sie sich nun ein Stück des alten Bühnenbodens des Theaters Aachen an die Wand hängen.

Am Sonntag wurden Karsten Meyer und Ingeborg Meyer mit „einem der höchst dotierten Theaterpreise Deutschlands”, wie Ralf Wagemann, erster Vorsitzender der Sieder-Stiftung berichtete, für ihre schauspielerischen Leistungen am Theater Aachen und am Grenzlandtheater ausgezeichnet.

Karsten Meyer ist seit 2002 festes Ensemble-Mitglied am Theater Aachen. „Immer, wenn ein Fiesling zu besetzen ist, trifft es ihn”, hatte Laudatorin Eva Rother von der Kurt-Sieder-Stiftung beobachtet.

Dass er auch komisch, „mit untergründigem Biss” und großer Bühnenpräsenz, sein kann, zeigte er bei der Matinee im Grenzlandtheater als an literarischem Gedächtnisverlust leidenden Literaturkritiker.

Ingeborg Meyer wuchs als Angehörige der deutschen Minderheit in Rumänien auf, verbrachte auch einmal zwei Nächte beim berüchtigten Geheimdienst Securitate. „Es war eine harte Zeit”, erinnerte sie sich im Gespräch mit Laudatorin Annette Bosetti.

Später kam sie nach deutschland, 1984 feierte sie ihr Debüt im Grenzlandtheater als Marilyn Monroe. Seitdem ist sie immer wieder in ganz unterschiedlichen Rollen in dem von Kurt Sieder gegründeten Theater zu sehen, zuletzt in den „Buddenbrooks”.

Ihre Kraft und Wandlungsfähigkeit, die alle drei Grenzlandtheater-Intendanten bis heute immer wieder überzeugen, bewies sie mit einem gefeierten Kabinettstückchen bei der Preisverleihung.