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Köln: Sie pflegen die musikalischen Kunst des schönen Leidens

Köln : Sie pflegen die musikalischen Kunst des schönen Leidens

„Till Were Dead”, das Debütalbum von „Eskobar”, war 2000 noch ein viel gelobter Geheimtipp.

Spätestens seit der Heather Nova-Tour Ende 2001 ist die Band aus Stockholm in aller Munde. Als Vorband der Sirene aus Hawaii erreichten Daniel Bellquist (Gesang und Bass), Frederik Zäll (Gitarre) und Robert „Rob” Birming (Drums) immense Breitenwirkung.

Jetzt zeigte die Combo im gut gefüllten Kölner „Prime Club”, dass sie auch alleine bühnentauglich ist: Bellquist und seine Mitstreiter lieferten eine soliden 90-Minuten-Vorstellung. Bis die Fans allerdings in den Genuss der zwölf Stücke und sechs Zugaben kamen, brauchten sie eine Menge Geduld. Zwischen Einlass und Haupt-Act vergingen satte 180 Minuten.

Um 23 Uhr legten die Schweden mit „On The Ground” von der zweiten CD „Theres Only Now” (2002) dann endlich los. Ihren Pilzkopf-Frisuren sind „Eskobar” treu geblieben, ebenso ihrer Musik und epischen Popsongs. Stücken wie „Love Strikes”, „Good Day For Dying” oder „Someone New” verleiht Frontmann Bellquist eine unverwechselbare Klangfarbe.

Seine Troubadourstimme schwankt zwischen tiefer Melancholie und melodischem „Es-wird-alles-gut”-Optimismus. Je nach dem hört sich das theatralisch, frisch oder wehmütig an - nur Marc Almond oder Morrissey beherrschen die Kunst des schönen Leidens ähnlich formvollendet.

Im Gepäck hat die 1994 gegründete Band ihre dritte CD „A Thousand Last Chances”, die gerade erst seit Anfang Juni auf dem Markt ist. „Love Comes First”, „Big Sleeper” oder „Fly On The Wall” halten dem Vergleich mit älteren Sachen durchaus Stand, wobei sich deutliche Country-Töne in das mischen.