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Sicherte Nato-Crew Irak-Einsatz ab?

Sicherte Nato-Crew Irak-Einsatz ab?

Geilenkirchen (an-o) - Geraten die Nato und damit deutsche Soldaten hinter den Kulissen trotz aller Beteuerungen mitten in den Irak-Konflikt? Zumindest die Awacs-Aufklärer fliegen ständig im Grenzbereich.

"Über operationelle Aufgaben des Verbandes geben wir keine Auskunft." Das war gestern die Antwort des Nato-E-3A-Verbandes in Geilenkirchen auf Fragen der "Nachrichten" zum Awacs-Einsatz vergangener Woche in der Türkei.

Wie berichtet, war mindestens eine Maschine in Antalya zu einer angeblich seit langem angesetzten Übung, die gleichwohl überraschend kam. Im Zeitraum, in dem die Awacs aus Geilenkirchen mindestens drei Einsätze im irak-nahen Luftraum über der Türkei absolvierte, gab es britische und amerikanische Luftschläge gegen Flugabwehrstellungen im Rahmen der Sicherung der Flugverbotszonen im Irak.
Zumindest eine der Missionen wurde von der Geilenkirchener Maschine am selben Tag geflogen, an dem die massiven Angriffe im Irak erfolgten.

Zur Frage, ob diese Maschine, in der auch deutsche Soldaten saßen, zur Absicherung dieses Einsatzes unterwegs war, gab die Basis keine Auskunft. Unwidersprochen ist so bis zur Stunde ein Bericht des "Daily Telegraph", der die beim Angriff eingesetzten Maschinen detailliert auflistet - darunter auch "E3A Awacs" zur rückwärtigen Luftraum-Überwachung und zur Führung eingesetzter Kampfverbände in der Luft. E3A-Awacs setzt nur noch die Nato ein: Amerikaner, Briten und Franzosen fliegen andere, neuere Typen wie E3B- und E3D.

Konfliktsituation im Notfall

Nach Informationen der "Nachrichten" konnte die E3A-Crew der Ernst der Lage während der angeblichen Übung erst klar werden, als sie die Radargeräte einschaltete und sah, wer über dem Irak noch in der Luft war.
Die 17-köpfige Crew hätte in dieser Lage bei einem möglichen Ausfall einer US-Awacs während des Irak-Einsatzes unter Umständen deren Aufgaben übernehmen müssen. "Technical Director" bei diesem Flug war ein deutscher Oberstleutnant. Der Technik-Chef ist für den Erfolg der Missionen verantwortlich und hat den Gesamteinsatz im jeweiligen Luftraum zu koordinieren.

Vor Konfliktsituationen bei Awacs-Einsätzen der Nato in der Türkei hatte der Bundeswehrverband ausdrücklich gewarnt.