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Ratingen: Serien-Bankräuber erschossen: Zeugin sah möglicherweise den Mörder

Ratingen : Serien-Bankräuber erschossen: Zeugin sah möglicherweise den Mörder

Der Mörder des in Ratingen erschossenen Serien-Bankräubers ist der Polizei unmittelbar nach der Tat möglicherweise nur knapp entronnen.

Am Tag des Verschwindens des Bankräubers habe eine Autofahrerin nachts am Rande der Autobahn 52 eine verdächtige Gestalt beobachtet, teilte die Polizei am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Über Notruf habe die Frau die Autobahnpolizei alarmiert, die die Stelle daraufhin kontrollierte, aber nichts Verdächtiges feststellen konnte. Zwei Monate später war an gleicher Stelle hinter der Lärmschutzwand die Leiche des Bankräubers entdeckt worden.

Die Frau hatte sich nach dem Leichenfund bei der Polizei gemeldet. Anhand der Notruf-Protokolle konnte die Mordkommission feststellen, dass der Hinweis wenige Stunden nach dem Verschwinden des 49-Jährigen eingegangen war.

Anwohner waren bei Gartenarbeiten am vergangenen Freitag auf die teilweise skelettierte Leiche gestoßen, die in einem angrenzenden Waldstück an der Lärmschutzwand der Autobahn lag. Rechtsmediziner stellten fest, dass der Mann erschossen wurde. Fast zwei Monate lang hatte niemand den unter Bewährung stehenden Wolfgang L. als vermisst gemeldet.

Er hatte 1982 und 1983 fünf Banken überfallen und dabei mit zwei Komplizen insgesamt 80.000 Mark erbeutet. Im November 1983 verurteilte ihn das Düsseldorfer Landgericht zu neun Jahren und drei Monaten Gefängnis. Zuletzt war er wegen Betruges, Beleidigung und Vorenthalten von Löhnen verurteilt worden.

Der 49-Jährige hatte sich Ende September mit seiner zehn Jahre jüngeren Lebensgefährtin, mit der er einen Kurierdienst betrieb, heftig gestritten. In der Absicht, sich zu trennen, war das Paar auseinandergegangen. Wo er danach unterkam, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, 1500 Euro Belohnung ausgesetzt.