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Trier/Selfkant: Selfkant-Ehepaar angeklagt

Trier/Selfkant : Selfkant-Ehepaar angeklagt

Wegen des Anbaus von Cannabis in großem Stil in Bunkern hat die Staatsanwaltschaft Trier am Montag Anklage gegen ein Ehepaar aus der Gemeinde Selfkant (Kreis Heinsberg) erhoben.

Dem 42 Jahre alten Mann und seiner 41-jährigen Frau wird vorgeworfen, in ehemaligen Flugzeugbunkern des Flugplatzes Bitburg die bislang größte Cannabis-Plantage in Rheinland-Pfalz angelegt zu haben. Seit Mai sollen sie auf mehr als 400 Quadratmetern eine Zucht mit etwa 10 000 Pflanzen betrieben haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ende August waren sie festgenommen worden.

Der Ex-Postbedienstete und seine Frau hatten nach der Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt. Sie gaben an, sie hätten im Auftrag eines Niederländers gehandelt, der auch Initiator und Geldgeber für die Zucht gewesen sei. Nach dem Hintermann werde noch gefahndet.

Der Schwarzmarktwert der Cannabis-Plantage belaufe sich auf bis zu zwei Millionen Euro. Die Pflanzen waren 60 bis 70 Zentimeter groß gewesen und wären drei Wochen später erntereif gewesen. Die rund 600 Kilo wurden anschließend vernichtet.

Das Ehepaar hatte den Vorwürfen zufolge die Unterstellhallen gemietet und eine hoch professionelle Plantage mit Beleuchtung, Entlüftung und Bewässerung angelegt. Eine zweite Cannabis-Zucht wurde später im Haus des Paares in der Gemeinde Selfkant entdeckt.