Würselen: Seine Gitarre „weint”: Steve Lukather begeistert auf der Burg-Bühne

Würselen : Seine Gitarre „weint”: Steve Lukather begeistert auf der Burg-Bühne

Es gibt Konzerte, bei denen einfach alles stimmt: der Ort, hier die ausverkaufte Burg Wilhelmstein, das Publikum und der Künstler: Steve Lukather. Von Beginn an zog der amerikanische Top-Gitarrist nicht nur dank seiner Virtuosität alle Zuhörer in seinen Bann.

Das sympathische Gründungsmitglied der renommierten Rock-Popband Toto legte eine dermaßen leidenschaftliche Spielfreude an den Tag, dass schon nach den ersten Takten des musikalisch furiosen Auftakts die Funken auf die eingeschworene Fangemeinde übersprangen.

Ob grooviger Hardrock, bodenständiger Rock, ungemein spannende Ausflüge in jazzrockige Gefilde oder auch elegante Coverversionen von den Beatles („While my guitar gently weeps”) und Toto - Lukather prägt die Songs mit seinem ungemein abwechslungsreichen, aber unverwechselbaren Gitarrenspiel. Da geht es mal locker flockig in Richtung Steely Dan. Ausufernd improvisierend im glänzenden Dialog mit dem flinken Keyboarder Steve Weingart werden auch Erinnerungen an das Mahavishnu Orchestra wach. Und wenn der Kalifornier eine seiner zahlreichen Gitarren an diesem Abend tatsächlich „weinen” lässt, scheint Pink Floyds David Gilmour gar nicht weit entfernt.

Stücke seiner beiden jüngsten Soloalben, aber auch erdige Rocknummern seiner früheren Band Los Lobotomys machen annähernd die Hälfte des glänzenden Programms aus. Auch pop-verwöhnte Toto-Anhänger dürfen am Ende mitsingen, wenn der Maestro dirigiert. Nach zwei Stunden inklusiver zweier Zugaben wird der 53-jährige Kalifornier mit Standing Ovations verabschiedet. Am 22. November ist Lukather mit seiner famosen Band - dazu zählen die brillante Bassistin Renee Jones und der erstklassige Drummer Eric Valentine - wieder zu Gast in der Nähe: in Limbourg.

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