Düsseldorf: Seeed: Musikalische Klasse trifft auf Show-Vitalität

Düsseldorf: Seeed: Musikalische Klasse trifft auf Show-Vitalität

„Sechs zu zwei für die DEG, eins zu Null für Seeed“. Mit einer für Berliner eher untypischen Bescheidenheit vergleicht Seeed-Sänger Peter Fox das Ergebnis der Düsseldorfer Eishockey-Cracks im letztem DEL-Meisterschaftsspiel gegen die Kölner Haie mit dem Erfolg seiner Band im ausverkauften ISS Dome. „Wir sind Seeed“.

Die 11 000 begeisterten Fans gerieten bis zur letzten Zugabe in einen wahren Party-Rausch. Nach dem letzten Ton ist klar: Dies war ein mindestens zweistelliger Kantersieg für das Berliner Musikerkollektiv.

Seeed-Sänger Peter Fox war gut in Form. Foto: stock/Imagebroker

Der phänomenale Erfolg des Peter Fox-Solo-Albums „Stadtaffe“ war der Grund, dass die Seeed-Fangemeinde sieben Jahre auf ein neues Album samt Tour warten musste. Aber Fox hatte letztlich Wort gehalten, ist zu seinen Kumpels zurückgekehrt, die gemeinsam mehr Energie als je zuvor entwickeln. Insgesamt 13 Akteure geben auf der Bühne alles und haben nichts mit der original jamaikanischen Musikerattitüde zwischen Lässigkeit und Lethargie gemein. Seeed klingen eher nach Speed, Reggae.

Dub und Dancehall werden mit der preußischen Zackigkeit punktgenauer Gesangs- und Bläser-Einsätze sowie treibenden Beats von Schlagzeug und wummernden Bass-Riddims versetzt. Ältere Klassiker wie „Dancehall Caballeros“ wechseln sich mit neuen Songs wie „Deine Zeit“, „Molotov“ oder „Augenbling“ ab. Zum Seeed-Remix von Peter Fox „Mach neu“ kommen zusätzlich vier Trommler von Cold Steel auf die Bühne, die den Abrissbirnen-Rhythmus noch druckvoller klingen lassen. Aber es gibt auch entspanntere Momente zwischen bestens arrangiertem Dub und melodischem Dancehall. So klingt „Beautiful“ als wollten die Seeed-MCs dem einstigen Rat Pack mit Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und Dean Martin mal zeigen, wo heute der swingende Hammer hängt.

Enuff, alias Peter Fox, Ear und Eased harmonieren nicht nur stimmlich, ihre witzigen Tanzeinlagen in bester Rude Boy-Manier werden ebenfalls mit frenetischem Applaus belohnt. Musikalische Klasse und Show-Vitalität in Bestform. Am Freitag, 6. September, gibt Seeed ein Open Air Konzert im Warsteiner Hockeypark Mönchengladbach.

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