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Aachen: Schwindelerregende Drogenerlöse

Aachen : Schwindelerregende Drogenerlöse

Sechseinhalb Jahre Haft bekam der 41-jährige Unternehmer aus Düren. Und damit war er nach Ansicht der 1. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts (Vorsitz Richter Arno Bormann) bestens bedient. Der smarte Familienvater, der bis 1996 als Berufssoldat bei Auslandseinsätzen diente, war bis zu seiner Verhaftung als Bauunternehmer und Immobilienhändler tätig.

Im Jahr 2003 plagten ihn Geldnöte. Da kam ihm, so der Richter in der Urteilsbegründung, das Angebot eines alten Bekannten aus dem Baugeschäft gerade recht. Der fragte ihn, ob er regelmäßig Lastwagenfuhren mit Aceton, Salzsäure und Isopropylalkohol von Kölner Großhändlern ins niederländische Grenzgebiet schaffen könne. Der Angeklagte sagte zu und wickelte 18 Fuhren mit den chemischen Grundsubstanzen für die Herstellung von Ecstasy-Pillen ab.

Richter Bormann: „Er war nur ein kleines Getrieberädchen in einem riesengroßen Rad”. Denn alleine mit den etwa 50 Tonnen Aceton, die er auf Gewerbehöfe bei Übach-Palenberg und dann auch nach Heerlen schaffte, konnten etwa 150 Millionen Pillen produziert werden - was schwindelerregende Drogenumsätze in mindestens gleich lautender Millionenhöhe für die unbekannten Hintermänner ergibt.

Als sein Bekannter verhaftet wurde, seilte er sich aus dem Kartell unter Lebensgefahr ab. Die Transporte gingen weiter - bis die Labore auf den niederländischen Gehöften komplett ausgehoben wurden. Sein Kumpel nahm sich in der U-Haft das Leben.