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Aachen: Schwester schwieg: Zwei Jahre für Hammerschläge

Aachen : Schwester schwieg: Zwei Jahre für Hammerschläge

„Eine Verurteilung zu fünf Jahren Haft, wie es die Staatsanwaltschaft beantragt hat, wäre in Ordnung gewesen.” Wenn nicht das Opfer, so hieß es in der Urteilsbegründung, „geschwiegen und bei der richterlichen Vernehmung sogar gelogen” hätte.

Die deutlichen Worte kamen vom Vorsitzenden Richter des Aachener Schwurgerichts, Gerd Nohl. Für das Gericht blieb selbst angesichts der blutigen Hammerschläge auf den Kopf der 44-jährigen Inderin in Aachen am Aschermittwoch nur eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Der Hintergrund: Der Inder lag mit seiner im Januar illegal aus Indien eingereisten Ehefrau im Streit. Sie war nach längeren Querelen mit der gemeinsamen zweijährigen Tochter bei der Schwägerin untergekommen. Die Frauen wollten den angetrunkenen Mann spät nachts nicht mehr in die Wohnung lassen.

Der war aufgebracht, fand leider draußen einen stattlichen Zimmermannshammer im Müll. Damit schlug er die Eingangstüre des Mietshauses ein, stieg zur Wohnung hoch. Schließlich ging er mit dem Hammer auf die Schwester los, ließ später aber von ihr ab. Juristisch heißt das: Rücktritt von einem eventuell gefassten Tötungsvorsatz, milde Strafe.