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Aachen: „Schützenwesen steckt nicht in der Krise”

Aachen : „Schützenwesen steckt nicht in der Krise”

Also, der Rheinländer an sich trägt ja bekanntlich „dat Hätz op d´r Zong”, wie der Kölner sagt - im Besonderen gilt eine solche arteigene Offenherzigkeit übrigens für den rheinischen Schützenbruder.

Mitteilsam ist er, den Gemeinschaftssinn liebt er über alles, und darüber hinaus zeichnet ihn eine ausgeprägte Lebensfreude nicht nur während des bisweilen ebenso feuchten wie fröhlichen Schützenfestes aus. Diese Hauptmerkmale rheinischer Mentalität haben es Michael Krieger vom Amt für rheinische Landeskunde des Landschaftsverbandes Rheinland und seinem Team sehr leicht gemacht, ihr Forschungsprojekt voranzutreiben. Der Titel der vor kurzem veröffentlichten Studie, die Wissen schaffen will, lautet „Rheinisches Schützenwesen und regionale Identität”.

Am Beispiel von 25 anonymisierten jungen Schützen aus Liedberg (Stadt Korschenbroich) und Rheindahlen (Stadt Mönchengladbach) versuchten die Landeskundler in Interviews zu ergründen, was das Schützenwesen im Inneren zusammenhält und warum sich gerade Jugendliche dem traditionellen Brauchtum nach wie vor verbunden fühlen. Schlussfolgerung: „Das rheinische Schützenwesen befindet sich nicht in der Krise.” Eine gewisse Beunruhigung im Vorfeld der Studie wäre nachvollziehbar gewesen, geht der Trend in anderen Vereinssparten doch in eine oftmals weit weniger erfreuliche Richtung.