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Aachen: Schubert, Charme und Häppchen: Lunchkonzert im Theater

Aachen : Schubert, Charme und Häppchen: Lunchkonzert im Theater

„Lovely!” Alastair Blayden, der Mann am Violoncello im Streichquartett des London Symphony Orchestra, lächelt in die Runde, als er hört, dass gleich etwas aus Franz Schuberts „Forellenquintett” erklingen wird, und zieht sich sofort wieder britisch-diskret zurück.

Zunächst wollen er, seine Violin-Kollegen Sarah Quinn und Tom Norris sowie Robert Turner (Viola) mit der Partitur in der Hand hören, was die fünf Mitglieder der Orchesterakademie des Sinfonieorchesters (drei Profis, zwei Praktikanten) zu bieten haben: Das erste Benefiz-Lunchkonzert zugunsten unserer Aktion „Menschen helfen Menschen”, gesponsert von Takeda Pharma, bietet im Spiegelfoyer des Theaters die reizvolle Kombination aus lockerer Masterclass und künstlerischem Highlight.

Mit viel Schwung und Gefühl sorgen Zsuzsanna Czentnar (Violine), Martin Hoffmann (Viola), Claudius Wettstein (Violoncello), Sophia Scheiffler (Kontrabass) und Marianne Reisner (Klavier) für einen furiosen Auftakt.

Dem „Vivace” des Quintetts A-Dur op. 114 - besser bekannt durch seinen markanten Variationensatz, dem Schubert sein Lied „Die Forelle” als Thema zugrundelegte - folgt eine kleine Unterrichtseinheit für die motivierten Musikerinnen und Musiker in Jeans und T-Shirts.

Nochmals der kraftvolle Auftakt. „Nicht zu heftig”, rät Blayden. Die Stelle wird wiederholt. „Schon besser, aber noch immer etwas zu hart”, sagt er, und bietet mit viel Charme ein Bild an: „Diese Musik ist wie ein Buch, dass man sorgfältig aufblättert, das knallt man ja auch nicht auf den Tisch.” Die Gruppe versucht es erneut, Blayden hilft mit, gestikuliert wirkungsvoll und leidenschaftlich. Das ist ansteckend, aber auch witzig. Lachen erlaubt.

„Jetzt muss es sprudeln, wir wollen doch elegant eine Geschichte erzählen”, meint Robert Turner. Es funktioniert, die Spannung ist da, Klavierpart und Streicher fließen viel moderater ineinander. Noch eine Korrektur von Sarah Quinn für die Violine, dann kommt endlich das „Forellen”-Thema.

Hingebungsvoll werden die Variationen von Instrument zu Instrument „weitergereicht”, dem Applaus folgt ein zufriedenes Händeschütteln zwischen „Schülern” und „Lehrern”, alles bestens. Im anschließenden Konzert beweisen die vier, die am Abend noch ihren Auftritt mit dem gesamten Orchester in der Philharmonie Köln zu bestreiten haben, ihre eigene Meisterschaft mit Mendelssohn, Zemlinsky und Wolf. Applaus, danach herzhafte Häppchen und kühle Getränke für alle - beim Lunch lässt sich gut plaudern.