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Schnellster Großvater Amerikas

Schnellster Großvater Amerikas

New York. Paul Newman dürfte der schnellste Großvater Amerikas sein.

Bei Sportwagenrennen ist der Hollywood-Superstar jedenfalls schon lange von niemandem mehr überholt worden, der älter war als er - obwohl der Motor seines Rennwagens kürzlich Feuer fing. Heute feiert Paul Newman seinen 80. Geburtstag - und dann geht es gleich wieder zum Training für das „Rolex 24”-Rennen in Daytona Beach.

Ruhestand ist für den weißhaarigen Oscar-Preisträger mit den strahlend hellblauen Augen ein Fremdwort. „Dafür warten noch viel zu viele Sachen auf mich”, sagte er in einem Interview des TV-Senders CNN. Selbst wer keinen einzigen seiner zahlreichen Filme kennt, hat vielleicht schon einmal zur Salatdressingflasche mit dem Konterfei des markantgesichtigen Stars, Marke „Newmans Own”, gegriffen. Zig-Millionen Dollar hat die Hollywood-Ikone mit Saucen verdient - und nicht einen Cent für sich behalten.

Alle Reinerlöse der Newman-Firma, die von einer seiner vier Töchter geführt wird, bekommen Hilfsorganisationen. Dazu gehört die Scott Newman Foundation, die sich bemüht, Jugendliche von Drogen abzuhalten. Benannt ist sie nach seinem Sohn, der 1978 an einer Überdosis starb. Mit Millionen unterstützt Newman auch Erholungslager für unheilbar kranke Kinder.

Die Camps heißen „Hole in the Wall” - genau wie die bunte Bande, mit der Newman als Butch Cassidy und sein Freund Robert Redford als Sundance Kid in dem Western-Welthit „Zwei Banditen” Eisenbahnen und Banken überfielen.

Für Newman war der Film eine weitere Gelegenheit, sich als Sympatico-Gangster zu beweisen. Selbst miesen Typen gab er stets wenigstens einen Funken Menschlichkeit. Gespielt hat der Sohn eines jüdischen Sportartikelhändlers und einer katholischen Mutter, der sein Rüstzeug im Actors Studio von Lee Strasberg und Elia Kazan in New York bekam, eigentlich alles. Ob Action oder Western, Gesellschaftsdramen oder Komödien, stets waren Regisseure und Mitspieler von seiner Professionalität und Kollegialität hingerissen.

Unvergessen ist er nicht nur als schlitzohriger Gangster Butch, sondern auch als aufrichtiger Straßenpolizist in „Die Bronx” (1981), an der Seite von Elizabeth Taylor in „Die Katze auf dem heißen Blechdach” (1958), als alkoholabhängiger Anwalt kleiner Leute in „The Verdict” (1982) und gleich zwei Mal als gerissener Billard-Profi Fast Eddie Felson: 1961 in „Haie der Großstadt” und dann 25 Jahre später in „Die Farbe des Geldes” in der Regie von Martin Scorsese.

Für den zweiten „Fast Eddie” bekam Newman mit 62 Jahren den längst verdienten Oscar als bester Schauspieler. Eine Jahr zuvor hatte die US-Filmakademie ihm einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk verliehen.