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Aachen/Essen: Schneesturm verursacht Kurzschlüsse

Aachen/Essen : Schneesturm verursacht Kurzschlüsse

Schnee und Sturmböen haben am Freitag in ganz Nordrhein-Westfalen die Energieversorgung gestört. Betroffen von den Stromschwankungen waren Haushalte, Bürogebäude, Bahnhöfe, Produktionsbetriebe, Krankenhäuser oder Ampelanlagen.

Während der Sturmböen gerieten vor allem Hochspannungsleitungen aneinander und verursachten Kurzschlüsse, die meist automatisch überbrückt wurden. Umstürzende Bäume sorgten zusätzlich in ländlichen Gebieten für den Ausfall kleinerer Überlandleitungen, erklärten die Energieversorger. In den meisten Fällen blieb es bei einem Flackern der Beleuchtung wie am Essener Hauptbahnhof. Komplettausfälle blieben die Ausnahme.

Im Kreis Aachen hatten besorgte Menschen bei der Polizei angerufen. An Ampelanlagen gingen die Lampen aus, in Krankenhäusern schalteten Geräte ab, in Produktionsbetrieben standen Maschinen still. Der Energie- und Wasserversorger Enwor begründete die Ausfälle mit der besonderen Wetterlage mit nassem Schnee und Sturm. Dadurch komme es zu einem „Seiltanz”, bei dem Hochspannungsleitungen kurz aneinander schlagen und einen Spannungseinbruch verursachen.

„Das ist eine ganz besondere Lage”, sagte der Netzplaner bei Enwor, Dieter Tinnemann. Bei Temperaturen um null Grad lege sich schwerer Schnee auf die Leitungen, der durch den starken Wind heruntergeblasen wird. „Die Leitung schnellt nach oben und kann gegen eine andere Leitung schlagen”, sagte er.

Geräte mit besonderem Schutz schalteten automatisch ab. Dazu gehörten unter anderem Ampelanlagen. „Auf großen Kreuzungen haben wir enorme Probleme”, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Nach Angaben des Medizinischen Zentrums Kreis Aachen waren Röntgengeräte gestört. Lebenswichtige Apparate etwa auf Intensivstation seien wegen einer besonderen Sicherung nicht betroffen.