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Aachen: Schmuggel von Aachen aus organisiert

Aachen : Schmuggel von Aachen aus organisiert

Um Schmuggel mit Ecstasy-Pillen und Kokain geht es in einem auf sechs Tage angesetzten Prozess vor dem Aachener Landgericht. Mehrere Zehntausend Stück jener Traum-Pillen sollen von einem Aachener Trio zwischen Anfang 2000 und Ende 2003 in den Niederlanden gekauft und über Zürich in die USA verbracht worden sein.

Das Kokain, es handelt sich um mehrere Kilogramm, kam aus der Dominikanischen Republik und Amsterdam und war meist in Kofferböden versteckt. Auf der Anklagebank sitzen ein Niederländer (29) und seine 30-jährige Freundin aus Aachen. Sie sollen den bandenmäßig angelegten Handel geplant haben, für den sie in Aachen und Umgebung Kuriere anheuerten. Einer von ihnen saß am Donnerstag mit auf der Anklagebank, andere werden „gesondert verfolgt”.

Bis zu 7000 Euro für die Boten

In 18 Fällen soll das Pärchen den Drogenschmuggel angeleiert haben: Die Kuriere gaben bei den Behörden an, ihre Pässe verloren zu haben. Dann bekamen sie über Amsterdamer Verbindungen des Niederländers neue Pässe - und zumeist in Radlerhosen eingenähte hellblaue Ecstasy-Pillen mit Aufdruck „NL”. Die Fahrten der Kuriere organisierte die Aachenerin laut Anklage per Telefon.

Bis zu 7000 Euro kassierten die Boten. Der Transport ging meistens zunächst per Zug nach Zürich, dann per Flugzeug nach New York oder Miami. Die Aachenerin selbst soll einmal von New York aus einen Abstecher in die Dominikanische Republik gemacht haben, um dort 1,7 Kilo Koks zu kaufen. Eine Kurierin flog nach Venezuela, um dort gleichfalls Koks in einem Rollkoffer aufzunehmen. Sie bekam aber Angst und flog wieder nach Hause.