1. Kultur

Aachen: Schlechte "Blüten" in Umlauf gebracht

Aachen : Schlechte "Blüten" in Umlauf gebracht

Gegen drei Männer und eine Frau aus den Niederlanden hat die Aachener Polizei ein Strafverfahren wegen der Benutzung von Falschgeld und wegen fortgesetzten Diebstahls eingeleitet.

Das Ganze hatte laut Polizeibericht am Mittwoch Abend in einer Pizzeria auf der Jülicher Straße begonnen. Ein Pärchen hatte es sich dort, gemeinsam mit der sechsjährigen Tochter gutgehen lassen. Sie schienen gut betucht zu sein. Jedenfalls bezahlten sie die Rechnung mit einem 500 Euro-Schein.

Doch der aufmerksamen Bedienung war aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmt. Der Schein war nicht echt. Bevor sie die Polizei alarmieren konnte, brachen die Gäste im Sauseschritt auf und waren auf und davon. Nicht lange, denn im Zuge einer Nahbereichsfahndung, an der mehrere Streifenwagen beteiligt waren, konnten die Drei in Höhe der Passstraße angehalten und überprüft werden. Dabei kamen drei weitere, augenscheinlich schlecht gefälschte 500er Blüten zum Vorschein.

Das Pärchen wurde vorläufig festgenommen. Das sechsjährige Kind wurde von einem Onkel, der ebenfalls in dem Hotel wohnte, aufgenommen und betreut. Der 29-jährige Mann und seine 30-jährige Begleiterin, beide aus der Nähe von Amsterdam, verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam.

Am Morgen führte der Weg der Ermittler wieder ins Hotel auf weitere Spurensuche. Noch während sie Informationen erhielten, dass offenbar zwei weitere unbekannte Männer zu dem Kreis der Betrüger gehören, tauchten diese auch tatsächlich vor dem Hotel auf. In einer spektakulären Aktion, drei Streifen- und drei Zivilwagen blockierten kurzerhand die Jülicher Straße, konnten zwei Männer, 25- und 28 Jahre alt, widerstandslos festgenommen werden. Das Kind wurde bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Bei der anschließenden Durchsuchung sämtlicher von diesen "Gästen" benutzten Hotelzimmer kamen weitere, zum Teil miserable Blüten zum Vorschein. Daneben fiel den Ermittlern die für dieses Hotel recht karge Möblierung und Ausstattung auf. Die Auflösung gab´s bei der Durchsuchung des von dem Quartett zur Anreise nach Aachen benutzten Kleinlieferwagens. Die Ladefläche war gefüllt mit Hotelutensilien jeglicher Art. Hervor kamen Bettdecken, Kissen, Handtücher aber vor allem Getränke aus den Minibars.

Bei den Vernehmungen kam heraus, dass der 29-Jährige Niederländer als Haupttäter anzusehen ist. Seine zwei Begleiter und seine Freundin schienen von den Betrügereien mit Falschgeld nichts gewusst zu haben, wohl aber scheinen sie bei den Hoteldiebstählen eifrig mitgemacht zu haben.

Zunächst hatten die Ermittler einen größeren Coup gegen das stetig steigende Aufkommen von Blüten erhofft. Die zunächst berechtigte Hoffnung sank, als die Blüten näher betrachtet wurden und herauskam, dass die Scheine recht mühsam und mit einfachsten Mitteln gefälscht worden waren.

Gegen die zwei Begleiter, ebenfalls aus den Niederlanden, und die Frau wurden Strafverfahren eingeleitet. Gegen den 29-jährigen verdächtigen Haupttäter wurde Untersuchungshaft beantragt. Der zuständige Richter beim Amtsgericht Aachen lehnte dieses Ersuchen ab. Der Niederländer be-findet sich wieder auf freiem Fuß.