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Würselen: Schillernde Klänge von Irland bis Madagaskar

Würselen : Schillernde Klänge von Irland bis Madagaskar

Die Burg-Veranstalter sagen „Dankeschön” und der Westdeutsche Rundfunk horcht auf.

Wenn die Gruppe Tri-Continental zusammen mit ihrem „special guest”, der großen irischen Sängerin Mary Coughlan, am Dienstag, 20. August, 20 Uhr, auf Burg Wilhelmstein in Würselen gastiert, ist das schon ein besonderes Ereignis.

Der WDR schneidet das Konzert mit, und wer zu drei anderen Burg-Veranstaltungen eine Eintrittskarte gekauft hat, darf gratis erleben, was sich hier für eine musikalische Rarität bietet.

Sie führen ihre Zuhörer in weite Fernen und sind ihnen doch ganz nah, sie treffen Harmonien und Töne, die wohltuen, die schmerzen, die so sind, wie das Leben: Das Trio Tri Continental bringt eine seltene und schöne Farbe in das vielfältige Sommer-Programm auf der Freilichtbühne von Burg-Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg.

Musik aus Kanada? Sie wird unterschätzt, und dabei ist - wie Tri Continental beweist - dieses Land durchaus der Nährboden für besondere musikalische Produkte.

Natürlich nur, wenn so außergewöhnliche Persönlichkeiten ein Gespür für einander entwickeln, wie dieses Trio. Jeder von ihnen ist ein Meister auf der Gitarre, jeder kann eine eigenständige Karriere vorweisen.

So hat Bill Bourne, in dem isländisches Blut fließt, bereits einen Namen als Songwriter und Solokünstler in Kanda, Gleichzeitig ist er ein prägendes Element der schottischen Folkband Tannahill Weavers.

Den Blues hat Lester Quitzau, Sohn niederländisch-dänischer Eltern, in die Bars der North Side gebracht. Was er spielt, klingt nach Freiheit, nach Wechsel und einer Leichtigkeit, die nur möglich ist, wenn sich Musiker gut kennen.

„Madagascar Slim” ist der Spitzname des dritten „Continentalen”, denn sonst müsste auf jedem Plakat sein Name Randriamananjara Radofa Besata Jean Longin stehen...

Was ihn bewegt, sind die Wurzeln seiner Heimat, der ostafrikanischen Insel Madagaskar, und damit gilt er in Kanada, wo er seit 1979 lebt, al einer der interessantesten multikulturellen Künstler. Der Blues, Jimi Hendrix und der so genannte madagassische „Saley-Stil” haben ihn geprägt.

Was Tri Continental spielen - es ist stets intensiv, geheimnisvoll, geprägt von einer fast mystischen Harmonie und der Sicherheit von Musikern, die sich gerade bei der Improvisation aufeinander verlassen können.

Klänge und Gitarrenläufe werden zu vielfarbigen Bildern, regen die Fantasie an und eröffnen dem, der sich locker auf sie einlassen kann, den Reiz des Unbekannten. Gern greifen sie auch auf große Kollegen zurück - Muddy Waters etwa.

Nicht durch Zufall ist Mary Coughlan, die Frau mit der großen warmen, von den Wechselfällen eines nicht immer leichten Schicksals geprägten Stimme aus Irland, mit von der Partie.

Tri Continental haben einige Instrumental-Parts für ihre CD „Red Blues” eingespielt - umso mehr freuen sich nun alle darauf, gemeinsam vor den mächtigen Mauern der Burg zu spielen. „live” heißt das neue Doppel-Album von Tri Continental, und so unterschiedlich wie das Leben und die Prägung dieser seltenen Gäste, ist auch ihre bewegende Musik.

Karten in den Zweigstellen unserer Zeitung und unter 02405/94102