1. Kultur

Aachen: Schauspieldirektor Helle: Gemeinsame Arbeit doch mit Zukunft?

Aachen : Schauspieldirektor Helle: Gemeinsame Arbeit doch mit Zukunft?

„Zum Saisonauftakt kann man sich nichts Schöneres wünschen.” Schauspieldirektor Michael Helle, der mit Puccinis „Tosca” am Theater Aachen soeben seine dritte Opern-Inszenierung erfolgreich eingefahren hat, freut sich über die viele positive Resonanz auf seine Arbeit.

Nicht allein aus dem Publikum, auch aus dem eigenen Schauspielensemble haben ihn viele Glückwünsche erreicht.

Da muss zwangsläufig die Gretchenfrage aufkeimen: Wie hält ers mit dem Vertrag? Immerhin ist Helles Erklärung vom Frühjahr noch in bester Erinnerung, als er ebenso wie sein Intendant angesichts herber Sparbeschlüsse den Abschied von Aachen ankündigte.

Mittlerweile haben sich die Wogen etwas geglättet, die Kürzungen sind nicht gar so brutal ausgefallen, und Paul Esterhazy verhandelt bereits über die Verlängerung seines Vertrags.

Auch Michael Helle gibt sich im AZ-Gespräch ungleich milder gestimmt als noch vor Monaten. Seine Entscheidung will er nun im Juni 2004 fällen, dann stehen ohnehin die Gespräche mit dem Intendanten über die Verlängerung seines Vertrages über die Saison 2004/2005 hinaus an.

„Jetzt ist jedenfalls nicht der richtige Moment”, sagt er. Aus seinen Worten spricht indessen wenig Vertrauen zur Politik: „Noch ist alles gefährdet. Bei den Landeszuschüssen gibt es alarmierende Signale.”

Doch auch Chefdramaturgin Heike Wintz hält es je nach Ausgang der Verhandlungen für möglich, dass „die gemeinsame Arbeit eine Zukunft” hat.

In künstlerischer Hinsicht greift Michael Helle nach wie vor unbeirrt nach den Sternen. Die zweite deutsche Erstaufführung der Saison nach „Winterabend” (Premiere: 10. Oktober) geht in seiner Inszenierung am 5. Juni 2004 über die Bühne: „Balkan ist nicht tot” von Dejan Dukovski.

Für das Theater und für seine eigene Arbeit reklamiert er denn auch „inhaltliche Qualität” als alles entscheidenden Faktor. „Als Erfolg kann nicht allein die hohe Auslastung gelten.”