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Köln: Rüttgers fordert ethische Standards bei Medien ein

Köln : Rüttgers fordert ethische Standards bei Medien ein

Zur Eröffnung des 19. medienforum.nrw hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) am Montag in Köln an die besondere moralische Verantwortung der Medien erinnert. Sowohl im Printbereich als auch im Fernsehen seien Qualität und Zuverlässigkeit die entscheidenden Erfolgskriterien.

Das betonte Rüttgers. „Wir dürfen bei der Vorbereitung der digitalen Welt nicht nur über Frequenzen, Plattformen und technische Standards reden, es geht auch um ethische Standards. Gerade weil wir das, was wir wissen, durch die Medien wissen, haben diese eine zentrale ethische Verantwortung”, sagte der CDU-Politiker.

Der Ministerpräsident bezeichnete die Medienbranche als Schlüsselbranche für Nordrhein-Westfalen. Über 330 000 Mitarbeiter seien hier im Medienbereich beschäftigt, mit steigender Tendenz. Medienpolitik sei nicht nur Wirtschaftspolitik, sondern ein elementarer Bestandteil der Gesellschaftspolitik.

Rüttgers hob hervor, dass auch in der digitalen Welt Qualität und Meinungsvielfalt gewahrt werden müssten: „Der Rundfunk hat besondere kulturelle und politische Aufgaben. Eine völlige Freigabe des Handels mit Frequenzen, wie die EU-Kommission das will, ist falsch.” Der CDU-Politiker sagte den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkveranstaltern zu, diese Position auch gegenüber der Bundesregierung und der EU-Kommission zu vertreten.

Zweifel äußerte Rüttgers, ob in der künftigen digitalen Radiowelt alle 65 Radioprogramme der ARD bundesweit empfangbar sein sollen. Auch forderte er Perspektiven für die 46 NRW-Lokalradios, die in ihrer derzeitigen Form „kaum in die digitale Welt” übersiedeln könnten.

Der Ministerpräsident begrüßte den Ausbau vieler nordrhein-westfälischer Zeitungsverlage zu Medienhäusern mit ausführlichen eigenen Internet- und Fernsehangeboten. Allerdings müsse diese Entwicklung mit Blick auf eine mögliche Medienkonzentration genau beobachtet werden.

Rüttgers gab zudem bekannt, dass sich die NRW.BANK in Zukunft auch in der Filmförderung engagieren will. Die Förderbank des Landes lege im Juli erstmals ein eigenes Angebot zur Filmfinanzierung auf, das mit insgesamt zehn Millionen Euro ausgestattet wird. Weitere fünf Millionen Euro gehen in einen neuen Fonds, der junge Unternehmen der Kreativwirtschaft bei der Stärkung ihres Eigenkapitals unterstützen soll.

Der Ministerpräsident sagte zu, dass die Filmförderung des Landes in Höhe von bislang 11,5 Millionen Euro auch in diesem und im kommenden Jahr in gleicher Höhe fließen werde.

Beim 19. medienforum.nrw, das bis Mittwoch (20. Juni) dauert, diskutieren rund 300 Branchenexperten über die Perspektiven von Print, Film und Fernsehen im digitalen Zeitalter.

ddp/map/pon

2007-06-18 13:24:02