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Aachen: Rübenbauern protestieren gegen EU-Reform

Aachen : Rübenbauern protestieren gegen EU-Reform

Mit Mahnfeuern wollen rheinische und ostwestfälische Zuckerrübenbauern und die Beschäftigten der Zuckerfabriken heute Abend gegen die Zuckermarktreform der EU protestieren.

Unter den nordrhein-westfälischen Rübenbauern geht kurz vor der Entscheidung über die europäische Zuckermarktreform die Angst um. Durch die geplanten Preissenkungen und Produktionsabgaben würde der Rübenpreis halbiert, teilte der Rheinische Zuckerrübenverband am Montag in Bonn mit.

Von landesweit 7500 Rübenanbau-Betrieben müssten dann 5000 aufgeben. Rübenbauern und Beschäftigte der Zuckerfabriken wollten am Montagabend in einer bundesweiten Aktion sechs Mahnfeuer im Rheinland und Ostwestfalen-Lippe entzünden. In Jülich wird das Feuer am Rübeneinfahrtstor der Zuckerfabrik brennen.
Mahnwachen sind außerdem in Euskirchen, Appeldorn, Elsdorf, Lage und Warburg geplant. Insgesamt werden rund 1000 Menschen erwartet.

In Nordrhein-Westfalen bauen 7800 Bauern Zuckerrüben an, vor allem im Rheinland. Die Köln-Aachener Bucht gilt mit 5800 Rübenanbau-Betrieben als ein Hauptanbaugebiet in Deutschland. 1300 Menschen arbeiten landesweit in Zuckerfabriken, rund 240 davon in der Zuckerfabrik in Jülich.

Auch NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg (CDU) sorgt sich um die Beschäftigten in den Rübenanbau-Firmen. „Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Zuckerverordnung gefährden die Existenz von mehreren tausend Arbeitsplätzen in den sechs Zuckerfabriken und auf den Bauernhöfen in NRW”, sagte er in Düsseldorf. Die geplanten Preiskürzungen müssten auf ein Maß reduziert werden, das den Zuckerrübenanbau in NRW sichere.

„Die Leute haben Angst”, sagte der Geschäftsführer des Rheinischen Rübenbauernverbandes, Peter Kasten. Die avisierte Preissenkung könne kein Rübenbauer auf Dauer durchhalten. Die Notwendigkeit von Preissenkungen sehe der Verband ein. „Aber so wie die Reform vorgesehen ist, ist sie nicht verantwortbar”, sagte Kasten.

Beim Treffen der EU-Agrarminister in Brüssel wird diese Woche eine Entscheidung über die Zuckermarktreform erwartet. Die bisherige Marktordnung läuft zum 1. Juli 2006 aus.