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Bonn/Krefeld: Roms Soldaten mussten tüchtig putzen

Bonn/Krefeld : Roms Soldaten mussten tüchtig putzen

Zucht und Ordnung wurde im römischen Heer groß geschrieben: Dass die Legionäre ihr Lager dem anrückenden Germanenheer sogar „besenrein” überließen, dies belegen jüngste Ausgrabungsfunde aus Krefeld, die jetzt veröffentlicht wurden.

Im Jahr 70 nach Christus fegten die Soldaten Roms offenbar Schreibstube und Offiziersquartier des Lagers Gelduba (Krefeld-Gellep) sorgsam aus, kippten Scherben kostbarsten Geschirrs und Reste von allerlei Gerätschaften auf den Müll.

Diesen Fund beschreiben die Forscher im jüngsten Band „Archäologie im Rheinland 2004”, den am gestrigen Montag in Bonn das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege vorgelegt hat.

Weit in die Zeit der Neandertaler zurück reichen die Befunde im Braunkohletagebau, wo am Flüsschen Inde Spuren des weltbekannten Urmenschen entdeckt worden sind. „Hier war der Speisezettel für die Jäger besonders reich”, erklärte der Chef des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Jürgen Kunow, die uralten Spuren, die eine Menge über das damalige Leben verraten.

Billige Schwerter

Grabfunde der Römerzeit aus dem niederrheinischen Voerde zeigen, wie sich germanische Anführer im Römerheer „à la romana” bewaffneten, dazu aber „billige” Imitate römischer Schwerter und Dolche benutzten.

Bei der Ausgrabung zur Erforschung eines Kriegsgefangenen-Lagers des Zweiten Weltkrieges nahe Mönchengladbach stießen die verblüfften Ausgräber auf eine rund 2000 Jahre alte römische Glasurne.

„Das besonders schöne Exem-plar”, so erklärte Kunow, war wohl die letzte Ruhestätte für die Knochenasche einer reichen Römerin. Diese und andere Erkenntnisse sind nun in einem Band dokumentiert.