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Aachen: Ringen um „Kunst aus NRW”: Entscheidung auf 2011 vertagt

Aachen : Ringen um „Kunst aus NRW”: Entscheidung auf 2011 vertagt

Im Ringen um die Sammlung „Kunst aus NRW” hat die Landesregierung ihre Entscheidung über den gefährdeten Standort der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster aufgeschoben.

„Bis 2011 ist die Kunstsammlung NRW in der Reichsabtei sicher. Eine Entwarnung für die Zeit danach gibt es nicht”, teilte Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) am Freitag das Ergebnis eines Gespräches mit dem Land mit. Die Düsseldorfer Landesregierung erwägt, die Sammlung in die Abtei Brauweiler bei Köln zu verlagern. Die Abtei wird in den nächsten Jahren zu einem Archiv für Nachlässe nordrhein-westfälischer Künstler ausgebaut. Die Stadt Aachen wehrt sich gegen den drohenden Kunst-Abzug aus ihrem Gebiet.

Linden kündigte weiterhin Widerstand an. Dazu will er Politiker aus der ganzen Region fraktionsübergreifend ins Boot holen. Die Stadt werde Vorschläge zu einer erweiterten Nutzung der landeseigenen früheren Reichsabtei machen, um die Attraktivität des Standortes zu steigern. In einem Zehn-Punkte-Programm hatte die Stadt dem Land die Einbindung des Hauses in den städtischen Kulturbetrieb und ins Marketing angeboten.

Das Land habe eher abwartend reagiert. „Mein Eindruck ist, das Land sagt: Macht mal und wir gucken, was 2011 passiert”, sagte Linden. Ein Arbeitskreis aus Vertretern von Stadt, Land und Reichsabtei soll ausloten, ob man in der ehemaligen Reichsabtei neue Angebote installieren kann. Die vor allem durch Förderankäufe des Landes seit 1945 geschaffene Sammlung mit 3300 Bildern und Skulpturen umfasst wichtige Frühwerke bedeutender Künstler wie Gerhard Richter, Günther Uecker und Sigmar Polke sowie aktuelle Erwerbungen junger Künstler aus NRW.

„Wir werden nicht locker lassen”, kündigte Linden an. Letztlich werde die Standortfrage eine politische Entscheidung sein. „Die nächste Landtagswahl ist 2010. Bis dahin hätten wir gerne eine Entscheidung.” Nach Angaben der Stadt will das Land seinen Beschluss aber zeitlich an den Fortgang der ersten beiden Bauabschnitte in Brauweiler koppeln. Die insgesamt drei Abschnitte schafften Flächen auf Vorrat. Bei einer Verlegung in noch leerstehende Räume werde man das „Sahnehäubchen” der Sammlung in Kornelimünster abschöpfen und der Rest werde ins Depot wandern, lauteten die Befürchtung in Aachen.