1. Kultur

Aachen/Stolberg: Riesiges Interesse für das Thema „Was tun bei Schmerz in der Hüfte?”

Aachen/Stolberg : Riesiges Interesse für das Thema „Was tun bei Schmerz in der Hüfte?”

Mehr als 400 Menschen drängten sich im Forum M über der Mayerschen Buchhandlung in Aachen, als dort auf Einladung des Stolberger Bethlehem-Krankenhauses Mediziner und Therapeuten des Hospitals sowie ein niedergelassener Orthopäde Auskunft zum Thema „Was tun bei Schmerz in der Hüfte?” gaben.

Die Moderation lag bei Sabine Rother, Redakteurin unserer Zeitung. Die Bedeutsamkeit des Themas verdeutlichte Orthopäde Dr. Hans-Georg Fischer mit einer Zahl: Rund 200.000 neue Hüften werden pro Jahr in Deutschland eingepflanzt.

Auf Aachen umgerechnet etwa 600 Operationen. Der Eingriff sei indes nur der letzte Ausweg: Etwa durch Akupunktur oder das Spritzen von Hyaluronsäure in das von Verschleiß durch Arthrose befallene Gelenk könne eine Operation aufgeschoben oder gar vermieden werden. Es gebe jedoch noch eine andere Art der Prävention: „Sich regen bringt Segen.”

Einen praktischen Rat gab es als Dreingabe: „Zwei Mal zehn Minuten Radfahren am Tag sind Gold wert.” Wie das geht, führten Ralf Houber, Leiter des dem Stolberger Krankenhaus angeschlossenen Zentrums für Rehabilitation und Physiotherapie (ZAP), seine Stellvertreterin Helga Frings und Physiotherapie-Studentin Johanna Illing auf der Bühne anschaulich vor. Wobei die Damen und Herren im Saal dem Appell zum Mitmachen gerne Folge leisteten.

„Keine Angst haben”

Oberarzt Dr. Markus Guinard ging auf die Behandlung im Krankenhaus ein: „Die Patienten haben nach einer Woche überwiegend den Eindruck, sie seien gar nicht operiert worden”. Er fügte mit Blick auf die Einpflanzung von künstlichem Ersatz für die kaputte Knie-Oberfläche, das „Hip Resurfacing”, hinzu: „Man muss vor einer solchen Operationsmethode keine Angst haben.”

Professor Dr. Klaus Bläsius, seit 1992 Chefarzt der Klinik für Orthopädie im Bethlehem-Krankenhaus, der als Kapazität für künstliche Hüft- und Kniegelenke gilt und samt seinen Mitarbeitern den Ruf als Kompetenzzentrum gesichert hat, stellte die verschiedenen Modelle und Operationsmethoden vor. Spürbar bemüht, seinen Zuhörern etwaige Ängste zu nehmen, wies Bläsius außerdem auf die Möglichkeit der Spende von eigenem Blut vor einem Eingriff hin.

Leitender Oberarzt Dr. Andreas Bauer widmete sich dem Thema „Wenn das künstliche Gelenk versagt...”. Eine Schädigung des metallischen oder keramischen Materials könne zum Beispiel durch Abrieb, Schädigung des in den Knochen eingebrachten Zements oder Infektion verursacht sein. Oft jedoch, so Bauer weiter, liege der Grund im Übergewicht des Patienten oder seiner Diabetes. Aber auch da gelte: „Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung können viel helfen.”