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Hamburg: Riefenstahl will „wahrheitsgetreuen Film”

Hamburg : Riefenstahl will „wahrheitsgetreuen Film”

Leni Riefenstahl will über die Verfilmung ihres bald hundertjährigen Lebens die Kontrolle behalten.

Sie sei sehr erfreut über das von der amerikanischen Schauspielerin Jodie Foster geplante Projekt, doch sei kein Vertrag zu Stande gekommen, „weil ich eine Sicherheit wollte, dass meine Memoiren wahrheitsgetreu verfilmt werden”, sagte Riefenstahl.

„Ich will nicht, dass aus Sensationsgründen Mythen hineinkommen, wie so oft bei Hollywood-Filmen. Jetzt machen die Amerikaner es auf eigene Faust - mit dem Risiko, dass ich klage, wenn es zu schlimm wird”, sagte die Filmemacherin. Sie habe bereits 50 Prozesse geführt und alle gewonnen.

Foster will ihr seit langem geplantes Projekt 2003 im Studio Babelsberg verwirklichen. Neben der Hauptrolle obliegen ihr nach Angaben des Studios auch Produktion und Regie.

Riefenstahls Produktionsfirma hatte zu Vorwürfen von Roma und Sinti gegen die Regisseurin Stellung genommen. Dabei bedauerte die Regisseurin die Verfolgung und das Leid, das „Sinti und Roma während des Nationalsozialismus haben erleiden müssen”.

Ihr sei „heute bewusst, dass viele von ihnen in Konzentrationslagern umgekommen” seien.

Der Rom e.V., ein gemeinnütziger Verein zur Verständigung von Sinti und Roma und Nicht-Roma, hatte juristische Schritte gegen sie angekündigt. Riefenstahl war schon früher vorgeworfen worden, 1940 für ihren Film „Tiefland” Sinti und Roma aus einem Lager zwangsverpflichtet zu haben.

Rom e.V. will Einzelheiten am 16. August in Köln bekannt geben. Dazu werden als Teilnehmer auch die Autoren Ralph Giordano und Günther Wallraff erwartet.

Riefenstahl wird am 22. August 100 Jahre alt und will ihren Geburtstag im bayerischen Feldafing feiern. „In einem hübschen kleinen Hotel, wo schon Kaiserin Sissi verkehrte”, sagte die 99-Jährige.