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Köln: Richter stellt Verfahren gegen liebeskranken Senior ein

Köln : Richter stellt Verfahren gegen liebeskranken Senior ein

Das Kölner Amtsgericht hat das Verfahren gegen einen 76-jährigen liebeskranken Mann wegen wiederholten Hausfriedensbruchs auf Staatskosten eingestellt.

Der Richter redete am Freitag dem bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geratenen Angeklagten gleichwohl ernsthaft ins Gewissen. Der wegen einer Psychose unter Betreuung stehende Senior hatte einer 70-jährigen pensionierten Lehrerin immer wieder zu Hause aufgelauert, um sich mit ihr zu verabreden. „Ich wollte sie doch heiraten”, sagte der Mann vor Gericht und offenbarte eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.

Er habe seine Angebetete bereits in den 60er Jahren auf dem Schulhof kennen gelernt. Seitdem habe er versucht, mit ihr in Kontakt zu kommen, doch habe er stets einen Korb bekommen.

„Er wollte nur versorgt sein und hat sich damals im Kollegenkreis erkundigt, wer vom weiblichen Lehrpersonal noch unverheiratet sei”, schilderte die offensichtlich völlig zermürbte 70-Jährige im Zeugenstand ihre Version der mit Unterbrechungen seit vier Jahrzehnten andauernden Verfolgung.

Weil die ehemalige Pädagogin dem aufdringlichen Gebaren nicht anders begegnen konnte, zeigte sie den Mann schließlich wegen Hausfriedensbruchs an. Der Angeklagte indes versprach vor Gericht, sich von seinen Heiratsplänen endgültig zu verabschieden.