1. Kultur

Aachen: Rhythmus, Witz und Harmonie

Aachen : Rhythmus, Witz und Harmonie

Zu einem Quell reinen Vergnügens für die zahlreichen Zuhörer wurde der Auftritt des Orsolino-Quintetts als Preisträgerkonzert des Deutschen Musikwettbewerbs in der Reihe der Quintessence-Kammerkonzerte im Krönungssaal.

Auch wem reine Bläsermusik keine Herzensangelegenheit ist, musste vor der Spielfreude, dem Temperament und der Präzision der fünf jungen Leute die Waffen strecken.

Die Makellosigkeit dieses Spiels wurde auch dadurch nicht beeinträchtigt, dass der etatmäßige Flötist Walter Auer kurzfristig durch Tatjana Ruhland ersetzt werden musste.

Sie fügte sich nahtlos ein in das Ensemble mit Anne Marckardt, Oboe; Jochen Tschabrun, Klarinette; Jan Wessely, Horn; und Marion Reinhard, Fagott.

Ein ausgesprochen apartes und abwechslungsreiches Programm mit weitgehend unbekannten Werken bot die Berliner Bläserformation.

Sorgte Mozarts Divertimento B-Dur noch für vertraute Töne, so war der Name August Klughardt für die meisten wohl ein völlig Unbekannter.

Das Quintett des Wagner- und Brahmszeitgenossen ist handwerklich blendend gearbeitete und thematisch inspirierte Musik, die im Orsolino- Quintett tonschöne, intonatorisch sichere, die romantischen Stimmungen nobel auslotende Sachwalter hatte.

Zum Höhepunkt des Abends wurden die sechs Bagatellen des Ungarn György Ligeti von 1953, entstanden noch vor seiner Emigration aus der Heimat. Das ist witzige, rhythmisch und harmonisch gepfefferte, aber auch nachdenkliche Musik, deren Vorbilder Strawinsky und Bartok unverkennbar sind.

Was die fünf jungen Musiker hier an spieltechnischer Präzision an tonlicher Differenziertheit boten, das war atemberaubend.

Daneben nahmen sich die drei kurzen Stücke von Jacques Ibert trotz ihrer spielerischen Brillanz und leisen Ironie fast bieder aus.

Eine Bearbeitung von Beethovens Adagio und Allegro für eine Spieluhr und ein Quintett des französischen Romantikers Claude Paul Taffanel am Schluss des Programms rundeten einen Abend ab, der keinen Wunsch offenließ.

Das war spannend bis zum letzten Ton.