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Aachen: Reitfieber nach der WM: CHIO mit Rekorden

Aachen : Reitfieber nach der WM: CHIO mit Rekorden

Das Jahr 1 nach den Reitsport-Weltmeisterschaften, der erste CHIO (Dienstag, 3. Juli bis Sonntag, 8. Juli) in der Sogwirkung des Großereignisses 2006 - die Rekorde purzeln in der Aachener Soers.

Mit genau 112,5 Stunden Sport kommt es zum kompaktesten Reitturnier aller Zeiten - zumal mit Vielseitigkeit und Voltigieren zwei neue Disziplinen Premiere feiern. Die Tage in der Soers werden lang: Mittwoch bis Freitag der CHIO-Woche beginnen die sportlichen Prüfungen morgens um 9 Uhr und enden gegen 22.30 Uhr. Bereits 150.000 Karten sind verkauft. Und Turnierdirektor Frank Kemperman hat längst festgestellt, „dass wir durch die WM beachtliche Zielgruppen neu gewonnen haben”.

Der Höhepunkt kristallisiert sich bereits im Vorfeld mit einer weiteren Neuheit heraus: Erstmals steigt der Nationenpreis des CHIO, unter Flutlicht am Donnerstagabend. WM-Stimmung pur: „Mir kommt jetzt noch die Gänsehaut, wenn ich an die Abendentscheidung im großen Springstadion denke”, sagt Dressur-Queen Isabell Werth. Besonders freut sich Ludger Beerbaum auf die besondere Atmosphäre unter Flutlicht, „zumal wir nach unserem dritten Platz bei der WM noch etwas gut zu machen haben”.

An gleicher Stätte steigt Samstagabend eine weitere Premiere: Nach dem Springen über Gräben und Wälle wartet der Springwettbewerb „Six Bars”, was nichts Anderes sein wird als eine sechsfache Kombination in gerader Linie: „Das kommt unserem Bestreben zugute, die Prüfungen kurz, unterhaltsam und abwechslungsreich zu gestalten”, sagt Kemperman, der am Wochenende beim Windsor-Castle-Turnier in London auf Königin Elizabeth treffen wird. Aus gutem Grund: Die englische Hauptstadt erhielt den Zuschlag für die nächste Europameisterschaft, da ist der Rat des WM-Machers gefragt.

Der Rekordzahlen und Neuigkeiten nicht genug: Zu den 400 festen Stallboxen müssen weitere 76 zur Verfügung gestellt werden, um der gestiegenen Pferdeanzahl der 280 Teilnehmer aus 25 Nationen gerecht zu werden. Die Hauptarena mit Platz für 40.000 Zuschauer ist bereits fertig umgebaut, das Dressur-Viereck verschwunden, ein weiterer Wassergraben und neues Naturhindernis sind angelegt.

500 nationale und internationale Journalisten werden vom CHIO berichten, das mit 8,5 Millionen Euro budgetiert ist. Die Aktiven können dabei 1,55 Millionen Euro an Preisgeldern gewinnen. Übrigens: Die Debutanten aus den Disziplinen Voltigieren und Vielseitigkeit gehen von Freitag bis Sonntag bzw. Freitag und Samstag an den Start.

Auch jenseits des sportlichen Geschehens ist der Turnierrahmen festgezurrt: Das Ladendorf bietet mit 160 Ausstellern in 190 Zelten eine Fläche von 16.500 Quadratmetern. In knapp drei Wochen beginnen die ersten Aufbauten. Und Frank Kemperman kann es kaum erwarten: „Unsere 900 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind nach der WM mit Sicherheit besonders hoch motiviert.”