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Aachen: Reine Liebe zur Kunst

Aachen : Reine Liebe zur Kunst

Eigentlich ist sie selbst ein Kunstwerk, die Sammlung des Aachener Künstlers Peter Lacroix.

In fast 60 Jahren hat der 81-Jährige, seit Jahrzehnten ein liebenswerter Motor der Szene, 402 Werke von 101 Kollegen zusammengetragen, Freunden zumeist oder zumindest Zunftgenossen, denen er selbst begegnet ist.

So ist eine einzigartige, sehr persönliche Kollektion von künstlerischen Positionen entstanden. Sie spiegeln gleichzeitig ein gutes Stück regionaler Kunstgeschichte vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart ebenso wider wie die individuelle Auseinandersetzung mit den großen Strömungen der Zeit sowie den sicheren Blick des Sammlers für Talente, die später zu internationaler Reputation gelangt sind.

Peter Lacroix hat seine, die „andere”, mit Herzblut zusammengetragene Sammlung im vergangenen Jahr der Stadt Aachen geschenkt. Das Suermondt-Ludwig-Museum präsentiert sie jetzt erstmals in ganzer Breite und repräsentativer Vielfalt, aus Platzgründen mit 140 Werken nur zu einem guten Drittel, das aber sämtliche 101 Künstler umfasst.

Echte Liebe, Wertschätzung und Anerkennung des kollegialen Schaffens spricht aus den gehüteten Stücken - Grafiken, Zeichnungen, Fotografien und Objekte. Sie dokumentieren auf der einen Seite Lacroix eigene Vorliebe und Nähe zur Op-Art, zum Konstruktivismus und zur mathematisch-geometrischen Konkreten Kunst, aber auch eine prinzipielle Toleranz und das ausgesprochene Gespür für tiefgehende künstlerische Auseinandersetzungen, die auf ganz andere Art und Weise entstanden.

So findet sich unvermutet bei diesem Liebhaber eigentlich spröd-abstrakter künstlerischer Handschriften selbst das Bildnis des Gekreuzigten in der Ausstellung wieder, ein Linolschnitt von Anton Wendling, den wohl nur noch Kenner als einen der beiden Schöpfer der Glasfenster der Chorhalle des Aachener Doms identifizieren.

Nicht ins Depot

Der Museumsdirektor, Peter van den Brink, verspricht, dass die Sammlung Lacroix nach dem Ende der Präsentation am 30. April nicht einfach im Depot verschwindet, sondern ganz sicher in den nächsten Jahren mit zwei weiteren Ausstellungen auch die restlichen 260 Werke gezeigt werden.

Mit der Öffnung für die regionale Szene nimmt das Suermondt-Ludwig-Museum damit eine fast vergessen schienene gute Tradition wieder auf.