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Regionale Vielfalt im Dreiländerpark

Regionale Vielfalt im Dreiländerpark

Vaals (an-o) - Hochherrschaftlicher Rahmen für die Präsentation eines euregionalen Zusammengehörigkeitsgefühls: Im Kasteel Vaalsbroek präsentierten die Regionen des Dreiländerecks ihre Visionen für den Dreiländerpark.

Zwei Jahre lang hatten sich Experten aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland die Köpfe heiß geredet, Studien erstellt und Konzepte entwickelt. Die Frage lautete: Wie kann das Wald und Wiesen-reiche "grüne Herz" zwischen den Städten Lüttich, Maastricht, Heerlen und Aachen - der Dreiländerpark - in der Zukunft zu einer optimalen Erholungsregion gestaltet werden, in der bereits jetzt rund zwei Millionen Menschen leben, arbeiten und sich erholen?

Heraus kamen viele visionäre Entwürfe, aber auch einige praktische Handlungsanleitungen zu einem prosperierenden Park der drei euregionalen Anrainerstaaten. Sie wurden im pittoresken Ambiente der niederländischen Schlossanlage Vaalsbroek der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am Anfang stand eine Entwicklungsperspektive, die sich die beteiligten Gemeinwesen -Êdie niederländische Provinz Limburg, die belgischen Provinzen Limburg und Lüttich, die flämische und wallonische Region, die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Stadt und Kreis Aachen sowie der Regierungsbezirk Köln - gaben. Sie basiert auf dem besonderen euregionalen Umfeld mit kleinstrukturierten Landschaftsteilen, kultureller Vielfalt aus bewegter Geschichte und dem Vorhandensein besonderer Pflanzen- und Tiergemeinschaften. Und der - bislang unwidersprochenen - Annahme, dass trotz klarer landsmannschaftlicher Unterschiede in den Regionen großer Wille zur Zusammenarbeit und gemeinsamen Problemlösungen besteht. Die daraus resultierenden Initiativen können finanziell gespeist werden aus den zur Verfügung stehenden europäischen Fonds, etwa dem Interreg III-Programm.

Leitlinien für die Praxis

Konkret wurden diese hehren euregionalen Absichten bei den im Kasteel Vaalsbroek vorgestellten "strategischen Leitlinien". So wollen die Projekt-Partner die kulturhistorischen und landschaftlichen Werte als Kernqualität des Dreiländerparks erhalten. Praktisch wird dies zum Beispiel bei der ins Auge gefassten Verbesserung der Qualität des Oberflächenwassers sowie der Bekämpfung der Erosion, damit Hochwasser und Überschwemmungen künftig der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig sollen die Lebensräume charakteristischer Tier- und Pflanzenarten erhalten und entwickelt werden, ohne das ökologischen Gleichgewicht zu stören. Kleintierdurchlässe sowie die Sicherung von Freiraum zwischen den bebauten Bereichen ("Grüne Brücken") sind hier Themenfelder.

Breiten Raum bei der Optimierung des Dreiländerparks nimmt auch die Sparte Fremdenverkehr ein (siehe gesonderte Box), zu der im wesentlichen Maße auch die Bewahrung kulinarischer Traditionen in den Grenzräumen gehört. Dazu ließen sich bei dem in den weitläufigen Räumlichkeiten des Kasteels Vaalsbroek aufgebauten Projekt- und Produktmarkt regionale Spezialitäten nicht nur sehen, sondern auch kosten.

So ist der erste Schritt zum Projekt Dreiländerpark getan, auch die finanzielle Ausstattung ist gewährleistet. Wann und wie die Umsetzung der vorgestellten Initiativen praktische Vorteile für die Bevölkerung im Dreiländereck bringt, werden die "Euregianer" sicherlich interessiert beobachten.