Aachen: Raum für Kunst in Aachen zeigt Werke von Michael Krupp

Aachen: Raum für Kunst in Aachen zeigt Werke von Michael Krupp

Am Ende allen Seins bleibt nur eins: die Erinnerung. Der Rest verschwindet früher oder später im Nirwana der Vergänglichkeit. Der in Aachen lebende Künstler Michael Krupp, Jahrgang 1954, gibt dem Phänomen des Flüchtigen, des Verschwindenden, nicht mehr Existierenden inspirierende Bilder.

Der Raum für Kunst in der Aachener Elisengalerie, eine Fördergalerie der Sparkasse Aachen, stellt in der neuen Ausstellung eine Auswahl davon vor.

Die Besucher werden selbst Teil der Schau, sie greifen paradoxerweise völlig einflusslos ein, indem sie einfach nur da sind: Ihr Atemdampf kondensiert auf einer goldgewirkten, verborgen gekühlten Metallplatte im geschnitzten Rahmen zu einer milchig-weißen, frostigen Eisschicht. So vergeht der güldene Glanz wie von selbst.

Krupps Kunst ist nicht ohne Witz: Verschwinden lassen kann durchaus genussvoll sein — wie beim Verzehr von Pralinen, am Ende bleibt nur die Edles versprechende Verpackung übrig. „Praliné“ betitelt Krupp seine Ausstellung selbst — da wird die knittrige Knisterfolie zur Metapher für Verheißung, Verführung und ist doch nur erbärmlicher Restmüll. Krupp gewinnt dem gefalteten Innenleben von Pralinenschachteln variantenreiche Formen ab, indem er sie monumentalisiert und die Farbe mitunter in poppigen Tönen immer wieder neu zusammenlaufen lässt auf einem edel und makellos gespachtelten Grund.

Edel auch simuliert Krupp Objekte von scheinbar großem Wert, silbrig glänzende Platten bestehen bei ihm in Wahrheit aus nichts als alupigmentierter Acrylfarbe. Wiederkehrende Muster, Zierrat und Ornamente geben der Wahrnehmung wie der Erinnerung Halt, ohne selbst Bedeutung zu tragen. Krupp variiert das Thema in unterschiedlichsten Materialien und Techniken.

Im Kontrast dazu modelliert Krupp minimalistisch leere, weiße Medaillons — Bewahrungsmuster der Erinnerung — aus einer gipsartigen Substanz und lässt Wolkengebilde als Metapher steten Wandels über einen Bildschirm laufen. Eine solche Installation ist bis zum 22. Dezember auch in der Citykirche, Großkölnstraße, zu sehen.

(eho)
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