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Düsseldorf: Randalierer zwang Langstreckenjet zur Umkehr: Acht Monate Haft

Düsseldorf : Randalierer zwang Langstreckenjet zur Umkehr: Acht Monate Haft

Weil er einen Langstreckenjet über der Ukraine zur Umkehr zwang, ist ein Sozialhilfe-Empfänger in Düsseldorf zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Es sei das Schlimmste gewesen, was er je erlebt habe, berichtete der Chef- Steward der Maschine am Montag im Zeugenstand des Düsseldorfer Amtsgerichts. Der Angeklagte habe geschrien wie ein Stier.

Das Flugzeug war auf dem Weg von München nach Bangkok, als der vorbestrafte 46-Jährige ausgerastet sei. Er habe die Stewardessen obszön beschimpft und einen Passagier geschlagen. Schließlich konnte der Mann überwältigt und mit Handschellen gefesselt werden.

Als sich der Flugkapitän trotzdem zur Umkehr und außerplanmäßigen Landung in Düsseldorf entschloss, kippte die Stimmung an Bord. Nun seien die anderen Passagiere auf den 46-Jährigen losgegangen, hätten ihn geschlagen und am liebsten aus der Maschine geworfen.

Einer Gutachterin zufolge hatte der Sozialhilfe-Empfänger zur Tatzeit über drei Promille Alkohol im Blut. Daher stufte ihn das Gericht als eingeschränkt schuldfähig ein. Der Angeklagte räumte ein, er habe sich vor seinem Urlaubsflug in München die Zeit mit dem Trinken von etwa 15 Weizenbier vertrieben.

Die Passagiere mussten in Düsseldorf in Hotels übernachten und starteten mit einem Tag Verspätung erneut nach Asien. Die Airline verzichtet trotz der hohen Kosten der Umkehr auf eine Schadenersatz- Klage, weil bei dem Mann kein Geld zu holen sei.