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Radiologie-Meilensteine im Einsatz

Radiologie-Meilensteine im Einsatz

Aachen (an-o) - Die Krankenhäuser müssen sparen, aber sie dürfen sich nicht kaputt sparen. Trotz enger Budgets, Fallpauschalen und Arbeitszeitneuregelungen investieren sie in Technik. Am Aachener Luisenhospital sind jetzt zwei Verfahren im Einsatz, die als diagnostische "Meilensteine" der Radiologie gelten.

Der gute alte Wilhelm Conrad Röntgen hat noch längst nicht ausgedient, denn, wer sich den Fuß bricht oder die Lunge durchleuchten lässt, wird immer noch nach seiner 1901 mit dem Nobelpreis gekrönten Methode geröntgt. Auch ein Computertomograph (CT) erstellt Bilder mit Hilfe von Röntgenstrahlen, während das MRT ein noch junges bildgebendes Verfahren ist, das als einziges, neben der Ultraschalluntersuchung,für den Patienten keine Strahlenbelastung mit sich bringt.

Der Magnetresonanztomograph (MRT), ein gewaltiger Apparat, in den der Patient mit schalldichten Kopfhörern in eine Röhre hineingeschoben wird, erstellt Bilder durch Resonanzsignale. Das Prinzip leitet sich aus dem Magnetismus ab, der bei diesen Technologien ein Vielfaches der Erdanziehungskraft beträgt. Beide Geräte, CT und MRT, sind heute für die Diagnostik unverzichtbar, in den meisten Kliniken und auch in radiologischen Praxen im Einsatz, mehr oder weniger technisch hochgerüstet.

Bilder vom Herzen

Ganz neu auf- und hochgerüstet hat nun das Luisenhospital seine zwei Apparate, den 16-Zeiler-Computertomographen und den MRT. Dadurch gewinnen Radiologen viele Bilder vom Inneren des Patienten dazu, die bis dato nicht möglich waren. Das erleichtert manche Diagnose. "Scharfe hoch auflösende Bilder vom pulsierenden Herzen waren bis vor kurzem gar nicht möglich," berichtet Dr. Dirk Hildebrand, Chefradiologe am Luisenhospital, "denn der wichtigste Muskel des Menschen führt im Sekundentakt seine typische "Nick-Kreis-Schleuder-Wackel"-Bewegung aus.

In der Zusammenarbeit mit Kardiologen erleichtert diese Untersuchung Aussagen über die Funktion des Herzmuskels, seine Durchblutung und seine Belastbarkeit. "Aus diesen Daten lässt sich deutlich besser zum Beispiel das Risiko eines Herzinfarktes ablesen", sagt Hildebrand. "Auch die Erfolgschancen eines angedachten Eingriffes an den Herzkrankgefäßen können nun exakter beurteilt werden, da Abschnitte des Herzens gesehen werden, die bisher mit keiner Methode differenziert werden konnten. "

Viel versprechend auch die Ergebnisse und Methoden, die der neue CT bietet, einer der schnellsten überhaupt, mit einer Röntgenröhre, die sich in einer halben Sekunde um den Patienten dreht und in dieser Zeit 16 dünnste Schnitte (Zeilen) gleichzeitig aufnimmt. Durch die geniale Verkoppelung mit einem Großrechner werden Bilder erstellt, deren Datenfülle neue Einblicke in bisher verborgene Körperbereiche gewährt.

Zum Beispiel machen Ärzte mit diesem "Ferrari unter den CTs" eine virtuelle Darmspiegelung, die zwar die bisher übliche Koloskopie mit einem Rohr nicht ersetzt, aber sinnvoll ergänzt. "Vieles wird bei der dreidimensionalen Darstellung neu und genauer gesehen, manche Diagnose besser gestellt und auch die Umgebung des Darms kann beurteilt werden", sagt Hildebrand. "Und es tut nicht weh!" Daher eigne sich diese Untersuchung vor allem für Angstpatienten und für solche, bei denen durch Komplikationen wie etwa eine Engstelle (Stenose) eine Einführung des Rohrs zur Darmspiegelung nicht möglich ist.