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Düsseldorf: Psychischer Druck am Arbeitsplatz nimmt zu

Düsseldorf : Psychischer Druck am Arbeitsplatz nimmt zu

Durch immer größere Arbeitsmengen und ständig steigenden Zeitdruck klagt inzwischen jeder zweite Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen über „psychische Belastungen” am Arbeitsplatz.

Dies geht aus einer von Landesarbeitsminister Harald Schartau (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf präsentierten Emnid-Studie zu „Belastungsfaktoren in der Arbeitswelt” hervor. „Wenn es früher eher die körperlichen Beschwerden waren, so sind es heute die psychischen Auswirkungen, die die Beschäftigten als belastend empfinden”, sagte Schartau.

Laut Emnid-Studie klagten vor allem Arbeitnehmer des Dienstleistungs-Sektors über „hohe Verantwortung” und „hohen Zeitdruck” (jeweils 74 Prozent) sowie die Bewältigung zu großer Arbeitsmengen (62 Prozent) und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes (52 Prozent). Zugleich ist die zunehmende Unsicherheit des Arbeitsplatzes nach Auffassung von Schartau die Ursache dafür, dass die Krankenstände in den Unternehmen trotz steigender Belastungen für die Beschäftigten in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen sind.

Derzeit hätten die Krankmeldungen von Arbeitnehmern mit einer Quote von etwa vier Prozent „einen historischen Tiefststand” erreicht. Besonders belastet fühlen sich der Emnid-Umfrage zufolge Krankenschwestern, Altenpfleger, Lehrer sowie Arbeitnehmer im Produktionssektor. Tendenziell fühlten sich Männer stärker belastet als Frauen.

Bei den körperlichen Belastungen wurden von den insgesamt 2000 befragten Arbeitnehmern an Rhein und Ruhr vor allem „Zwangshaltungen” (50 Prozent), Lärm und klimatische Belastungen am Arbeitsplatz (jeweils 44 Prozent) genannt.

Die körperlichen und psychischen Belastungen machten sich bei zwei Drittel der Befragten durch Rücken- oder Gelenkschmerzen bemerkbar. Laut Studie verspürten 40 Prozent der Beschäftigten Erschöpfungszustände und „das Gefühl des Ausgebranntseins”.

Insgesamt fühlten sich ältere Beschäftigte den psychischen Belastungen der Arbeitswelt eher gewachsen als jüngere. Bei der unter 30-jährigen Beschäftigten klagten bereits 53 Prozent über Erschöpfung, 47 Prozent darüber, „ausgebrannt zu sein” und 34 Prozent über Kopfschmerzen.

Beinahe die Hälfte aller Arbeitnehmer leidet angesichts der Massenarbeitslosigkeit unter der Angst vor Arbeitsplatzverlust. Mehr als 20 Prozent der Beschäftigen fühlen sich durch die Sorge um ihre berufliche Existenz „ziemlich stark belastet”.