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Köln: Prozess um Dreifach-Mord beginnt

Köln : Prozess um Dreifach-Mord beginnt

Ein hasserfüllter Ex-Legionär mit einer Pump-Gun, eine willfährige Freundin und drei bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leichen in einer Rechtsanwaltskanzlei in Overath: Das Kölner Landgericht muss sich ab Mittwoch mit einem Wirklichkeit gewordenen Albtraum beschäftigen.

Angeklagt sind vor der vierten Großen Strafkammer der 45-jährige Thomas A. und seine 19-jährige Freundin Jennifer D. wegen gemeinschaftlichen Mordes in drei Fällen. Vor acht Monaten haben sie laut Anklage in der bergischen Stadt Overath einen 61-jährigen Anwalt, seine 53-jährige Ehefrau und eine 26-jährige Tochter kaltblütig erschossen.

Auslöser war banal

Der Auslöser der Tat war den Ermittlungen zufolge geradezu banal: Der Anwalt war in einem Streit um Mietschulden von 10.000 Euro gegen den Ex-Legionär aufgetreten. Doch die verbrecherische Reaktion des 45-Jährigen war in seiner Brutalität kaum zu übertreffen. Der Amoklauf begann den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge am Nachmittag des 7. Oktober vergangenen Jahres damit, dass sich Thomas A. und Jennifer D. unter falschem Namen Einlass in die Kanzleiräume des verhassten Anwalts verschafften. Im Wartezimmer der Kanzlei nahm der Ex-Legionär laut Anklage sofort eine Pump-Gun aus einer mitgebrachten Tasche und erschoss die Ehefrau des Rechtsanwalts.

Dann zwang das Paar den Rechtsanwalt und seine Tochter mit vorgehaltener Waffe, sich auf den Boden zu legen. Jennifer D. habe die Tochter des Anwalts gefesselt. Schließlich habe der Ex-Legionär nacheinander den Rechtsanwalt und dessen Tochter aus kurzer Entfernung mit Kopfschüssen getötet. Die Leichen wurden durch die Schüsse so stark entstellt, dass zur Identifizierung später eine DNA-Analyse notwendig war.

Noch nach seiner Festnahme verhöhnte der Ex-Legionär seine Opfer und schrieb in einer von einer Kölner Zeitung veröffentlichten Erklärung: "Nach jahrelanger Analyse des Deutschen Volks- und Rechtswesens und angesichts zahlloser Opfer, deren Schicksal mir täglich das Herz zerreißt, war die Exekution dieser drei wertlosen zerstörerischen Elemente mehr als notwendig." Die Waffe für die Tat hatte sich der 45-Jährige, der sich in den 80er Jahren als Söldner in Rhodesien (Simbabwe) und Argentinien verdingt haben soll, den Ermittlungen zufolge von einem Bekannten geliehen.

Mit der Tat geprahlt

Er gab sie nach der Tat ordentlich zurück und prahlte dabei noch mit seinem Tun. Ja, er soll laut Staatsanwaltschaft den Bekannten sogar aufgefordert haben, es ihm gleich zu tun. Jetzt solle er seine Sache mit seinem Anwalt machen, zitierte die Justizbehörde den 45-Jährigen. Doch der Bekannte ging stattdessen zur Polizei. Eine Woche nach der Tat wurden Thomas A. und Jennifer D. von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei vor einer Spielothek in Aldenhoven festgenommen. Kurz darauf legte Jennifer D. ein Geständnis ab.