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Aachen: Prozess gegen mutmaßlichen Disco-Mörder

Aachen : Prozess gegen mutmaßlichen Disco-Mörder

Mit einem „erheblichen Aufgebot” von Presse und Rundfunk rechnen die Verantwortlichen am Aachener Landgericht, wenn ab dem 16. April, einem Mittwoch, der mutmaßliche Serienmörder, der in der Umgebung Aachens fünf junge Frauen ermordet haben soll, vor der Schwurgerichtskammer steht.

Gerichtssprecher Georg Winkel erklärte am Mittwoch, man „müsse erst einmal abwarten, wie hoch das Öffentlichkeitsinteresse dann wirklich ist”.

Der Schwurgerichtssaal im neuen Aachener Justizzentrum fasst mit 120 Plätzen wesentlich mehr Zuschauer, als sein Vorgänger im Altbau des Gerichtsgebäudes. In ihm fand im Jahr 2003 der bundesweit stark beachtete Prozess gegen die Mörder der Geschwisterkinder Tom und Sonja aus Eschweiler statt.

Freiwillige Probe

Damals hatten nur akkreditierte Pressevertreter Zutritt, die Bildmedien mussten Berichterstatter-Pools bilden, da der Platz in dem alten Saal äußerst knapp war. Der damalige Vorsitzende Richter Gerd Nohl wird auch jetzt den Prozess gegen den 51-jährigen Angeklagten leiten. Die Medien betitelten die ihm zur Last gelegten Verbrechen damals als „Disco”- oder „Anhalter-Morde”.

Der Angeklagte stammt aus Niederkrüchten im Kreis Viersen, das Verfahren, in dem es drei Nebenkläger gibt, ist auf 13 Verhandlungstage angesetzt. Dem Mann wird vorgeworfen, zwischen 1983 und 1990 fünf junge Tramperinnen erdrosselt zu haben, zwei von ihnen nach Vergewaltigungen. Die Opfer waren zwischen 15 und 31 Jahre alt.

Laut Gerichtssprecher Winkel hat der Angeklagte bei seiner Vorführung vor dem Haftrichter zumindest ein Teilgeständnis abgelegt. Der dicke Fisch ging der Polizei im März vergangenen Jahres nur durch Zufall ins Netz. Der arbeitslose Versicherungskaufmann wurde beim Diebstahl von Altmetallen geschnappt.

Er gab freiwillig eine Speichelprobe zur DNA-Analyse ab. Da Morddelikte nicht verjähren, war eine Spur des damals unauffindbaren Serienmörders im Archiv des Landeskriminalamtes - und stimmte überein. Der Angeklagte ist in dritter Ehe verheiratet und Vater eines achtjährigen Sohnes.