1. Kultur

Köln: Prozess gegen Kölner Jugendbande wird neu aufgerollt

Köln : Prozess gegen Kölner Jugendbande wird neu aufgerollt

Der Prozess gegen Mitglieder einer Kölner Jugendbande ist anderthalb Jahre nach den ersten Urteilen neu aufgerollt worden.

Den sieben jungen Männern im Alter von 17 bis 21 Jahren werden schwerer Raub, Brandstiftung, Wohnungseinbrüche, räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Vor der Jugendkammer des Kölner Landgerichts kündigten die Beschuldigten am Freitag an, sie wollten aussagen. Sie waren Ende 2006 zu Jugendstrafen auf Bewährung von bis zu zwei Jahren verurteilt oder lediglich verwarnt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den nach ihrer Einschätzung zu milden Richterspruch Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) eingelegt.

Der BGH hatte daraufhin rund ein Jahr später das Kölner Urteil in großen Teilen aufgehoben und den Fall zur Neuverhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts Köln zurückverwiesen.

Die Karlsruher Richter rügten in ihrer Entscheidung unter anderem eine zum Teil lückenhafte Beweiswürdigung und fehlerhafte rechtliche Würdigung der angeklagten Straftaten durch die Kölner Richter. Nur im Fall eines damals mitverurteilten achten Angeklagten hielt das Urteil der Überprüfung durch den BGH stand und ist mittlerweile rechtskräftig.

Die Bande, die sich selbst „Bickendorf-Gangster” nennt, soll Jugendlichen Handys, MP3-Player und Bargeld geraubt haben und in einen Kiosk eingebrochen sein. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft ihnen vor, Menschen in ihren Wohnungen beraubt, misshandelt und in zwei Fällen auch Feuer gelegt zu haben.

Bei mehreren Angeklagten sind seit der ersten Verurteilung noch weitere mutmaßliche Straftaten hinzugekommen, die nun mitverhandelt werden sollen. Einer der Jugendlichen sitzt sogar in Untersuchungshaft, unter anderem, weil er zwei Fahrgäste zusammengeschlagen haben soll. 86 Zeugen sollen vernommen werden. Zunächst waren sieben Verhandlungstage eingeplant.