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Brüssel: „Projekt Europa” braucht einen neuen Kontext

Brüssel : „Projekt Europa” braucht einen neuen Kontext

Am Freitag holten die Karlspreis-Organisatoren neben Seiner Königliche Hoheit Prinz Philippe von Belgien acht ehemalige Träger der Auszeichnung und jede Menge prominenter Funktionsträger zum „Quo vadis”-Dialog über die Zukunft der EU nach Brüssel ins Parlament.

So standen Aachen und der Karlspreis gleich in zweifacher Hinsicht im Zentrum Europas: Inhaltlich-politisch und geografisch. Das gefiel Oberbürgermeister Jürgen Linden sichtlich, der den Dialog fest etablieren und jedes Jahr in einer anderen europäischen Hauptstadt abhalten möchte. Das Motto: Der Karlspreis ist keine Aachener Angelegenheit.

Linden mahnte in Brüssel mehr Bürgernähe an: „Eine EU ohne Bürger ist wie ein Zug ohne Passagiere.” Die Menschen wollten wissen „wohin der Zug fährt, ob die Fahrt sinnvoll ist und was sie kostet”. EU-Parlamentspräsident Josep Borrell versicherte, er verstehe den Experten-Diskurs auch als „Ausgangspunkt für den Europa-Dialog mit den Bürgern”. Allerdings war nicht alles an dem Dialog nur schön, denn in einem war sich die von Karlspreisträger Pat Cox moderierte Experten-Runde einig: Die EU steckt in der Sackgasse. „Europa bringt die Leute nicht mehr zum Träumen, wird mehr mit Ängsten als mit Hoffnungen verbunden”, so Borrell. Die Ziele der Gründerväter - Frieden und Freiheit auf dem Kontinent - seien weitgehend erreicht, das Projekt Europa müsse nun einen neuen, zukunftsweisenden Kontext finden.