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Würselen: Prickelnder Cocktail aus Tanz und Musik

Würselen : Prickelnder Cocktail aus Tanz und Musik

Das „Westspitzen”-Festivals begann mit einem Triumph und mit einem Marathon.

Rund vier Stunden dauert es in der Nacht von Freitag auf Samstag, bis bei der ersten von sieben Vorstellungen im Kulturzentrum Altes Rathaus in Würselen die fünf Ladies der Dresdener Formation „Nonets” als Sieger in der Sparte „A Cappella” feststanden und neben 500 Euros auch die Trophäe in Empfang nehmen konnten.

Das Quintett aus Sachsen hatte sich mit einem prickelnden Cocktail aus fetziger Musik und Tanz, abgeschmeckt mit einer gehörigen Prise Erotik, die Gunst von Publikum und Fachjury errungen - allerdings nur knapp vor den Herren von „Fool Moon” aus Budapest. Die Ungarn dürfen indes am Samstag, 27. November, zur Abschlussgala in Alsdorf antreten, da die „Nonets” an dem Tag unaufschiebbare Verpflichtungen in München haben.

Der Erfolg der Damen mit der fantastischen Stimm-Palette gleicht einer Sensation, da er auf einem Zufall beruht: Rund eine Woche vor dem Termin meldeten sich die Vertreter der britischen Gruppe „The Magnets” bei Altes-Rathaus-Chefin Sigrid Kerinnis. Die Kleinkunst-Kennerin, mit der Jülicherin Marianne Lohmer Gründerin und Motor der „Westspitzen”, nutzte ihre guten Kontakte in der Szene und holte die „Nonets” ins Boot - eine Rettungsmaßnahme, die sich als Glücksgriff herausstellte.

Die vier Stunden prall gefülltes Programm zu überstehen fiel den knapp 200 Zuhörern leicht, obwohl die Luft im Saal bisweilen zum Schneiden dick war. Der frische Wind bei der Eröffnung des Festivals, das in diesem Jahr erstmals von dem Energieversorger „Regiostrom” gesponsert wird, „wehte” aus den Darbietungen.

Und die, die sich beim Votum der Zuhörer und anderer Experten nicht platzieren konnten, begeisterten das Publikum dabei ebenso wie „Fool Moon” und die „Nonets”. Da waren zum Beispiel fünf „Echte Kerle” aus Kassel.

Ihre Show war die Komödiantischste von allen: Selbst geschriebene und getexte Songs wie „Ich steh´ im Stau” wirkten wie dem Leben abgelauscht, aber auch um einen Tick überdreht - und verfehlten gerade deshalb ihre Wirkung nicht.

„Triu” aus Wien präsentierten den artifiziellsten Sound aller vier Gruppen. Mit der Kraft ihrer Stimmen verliehen sie dem Begriff der Weltmusik neue, sinnliche Dimensionen. Leadsängerin Maria Augustin mixte zusammen mit ihren Kollegen Ali Föger und Hubert Sandhofer Lieder aus Afrika, Australien, Amerika und Europa, als seien sie alle ein Teil von ihr.

„Fool Moon”, die Zweitplatzierten und Finalteilnehmer aus Ungarn, waren „Triu” vielleicht am ehesten künstlerisch wesensverwandt: Sie faszinierten die Zuhörer kraft der Magie ihrer Stimmen.

Ihre Tour quer durch Filmmusik, italienischen Schlager und Irish Folk faszinierte.