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Aachen: Pralinen am Kopf: Kein Schmerzensgeld

Aachen : Pralinen am Kopf: Kein Schmerzensgeld

Ein Zuschauer, der durch eine beim Karnevalsumzug geworfene Pralinenschachtel verletzt wird, hat kein Anrecht auf die Zahlung von Schmerzensgeld. Das hat das Amtsgericht Aachen entschieden.

Ein 63-Jähriger war beim Rosenmontagszug in Alsdorf im vergangenen Jahr von einer solchen Schachtel an der Stirn getroffen und verletzt worden. Er verklagte die Besatzung des Festwagens, von dem die Schachtel geworfen worden war, auf 1000 Euro
Schmerzensgeld.

Der Richter ließ den Einwand des Klägers, früher seien in Alsdorf keine Pralinenschachteln geworfen worden, nicht gelten. Der Kläger habe damit rechnen müssen, dass beim Rosenmontagszug mit Süßigkeiten geworfen werde (AZ: 13C 250/05). Das teilte der Sprecher des Landgerichts am Montag mit.

Auch eine Berufung des Klägers beim Landgericht hat wenig Aussicht auf Erfolg. „Es ist allgemein bekannt, dass beim Rosenmontagszug Gegenstände geworfen werden”, schrieb der zuständige Richter. Dieses rheinische Brauchtum habe dem Kläger nicht unbekannt geblieben sein können. Der Kläger kann nun noch eine Stellungnahme abgeben. (AZ: 5S 316/05)