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Aachen: Praktikanten des Sinfonieorchesters Aachen zeigen ihr ganzes Können

Aachen : Praktikanten des Sinfonieorchesters Aachen zeigen ihr ganzes Können

Ein ganzes Jahr lang hautnah als Praktikant die schönen und auch unerwarteten Herausforderungen erleben und bewältigen zu dürfen, die der Alltag eines Sinfonieorchesters mit sich bringt, das verschafft jedem angehenden Orchestermusiker Erfahrungen, die kein Studium leisten kann.

Und so legten sich die neun jungen Musikerinnen und Musiker, die jetzt ihr einjähriges Praktikum beim Aachener Sinfonieorchester beenden, besonders engagiert ins Zeug, als sie sich mit einem rundum begeisternden Kammerkonzert im gut besuchten Spiegelfoyer des Theaters für die Zeit bei den Profis bedankten.

Die Begeisterung ist nicht nur angesichts der enormen spieltechnischen Fähigkeiten des heutigen Instrumentalnachwuchses gerechtfertigt, sondern auch der beherzten und frischen, von keiner routinierten Patina belegten Vortragsart. Da versprühen die Streicher mit Gioacchino Rossinis virtuoser Sonata a quattro Nr. 3 Glanz, Esprit und Spiellaune in gleichem Maße. Und die minimalistischen Pretiosen in Michael Daughertys Miniatur „Diamond in the Rough“ für Violine, Viola und Schlagwerk zündeten nicht weniger.

Den Höhepunkt bildete natürlich Antonín Dvoáks großartiges Klavierquintett Nr. 2 A-Dur, dem es weder an Feuer noch an emotionalem Einfühlungsvermögen und klanglicher Schönheit mangelte. Und dass I-Hsuan Lee, die als Geigerin schon beim Rossini mitmischte, auch noch den anspruchsvollen Klavierpart im Dvoák-Quintett mit gleicher Brillanz bewältigte, ist nur einer von vielen Beweisen für die musikalischen Qualitäten unseres Nachwuchses.

Die meisten der sieben jungen Damen und zwei Herren stehen mehr oder weniger kurz vor dem Abschluss ihrer Studien. Angesichts der schrumpfenden Orchesterlandschaft steht den Musikern mit den Bewerbungen um ein Engagement eine besondere Herausforderung bevor. Das Praktikum dürfte die Chancen auf jeden Fall ein wenig verbessern.